Brückenaffe Heidelberg
Bild: Holger Uwe Schmitt / CC BY-SA

Das Panorama der Stadt Heidelberg ist weltbekannt und jedes Jahr Ziel zahlloser Touristen. Neben dem Schloss auf dem Hügel fällt auf jedem Foto der Stadt zweifellos auch die „Alte Brücke“ ins Auge, wie die Karl-Theodor-Brücke genannt wird. Die Sandsteinbrücke über den Neckar passt ins historische Stadtbild, aber sie birgt eine ungewöhnliche Skulptur, mit der man an diesem Ort eher nicht rechnet. Denn hier sitzt ein Affe neben dem Brückenturm. Der sogenannte Heidelberger Brückenaffe gilt als eines der beliebtesten Fotomotive in der Altstadt.

Geschichte des Brückenaffen

Die Skulptur aus Bronze wurde 1979 aufgestellt, doch ihre Geschichte begann schon viel eher. Bereits 1481 gab es im Turm der damals existenten Brücke eine Affen-Statue. Affen stehen für die Unzulänglichkeit des menschlichen Daseins. Der damalige Affe fasste sich dereinst mit dem Kurpfälzischen Gruß an seinen nackten Po, was den Spott gegen die Bischöfe aus Kurmainz zeigen sollte und für Lüsternheit und Hässlichkeit stand. An der alten Brücke begann die Macht des Mainzer Kurfürsten, die somit über der von den Bischöfen stand. Er hielt schon damals einen Spiegel fest, was jeden Passanten dazu bewegen sollte, sich in kritischer Selbsterkenntnis zu üben. Im 17. Jahrhundert wurde der Turm zerstört und das Tier war Geschichte.

Als die heutige Brücke entstand, wollte deren Erbauer und Namensgeber keinen Affen dort haben. Die Heidelberger Bürger sahen das später anders. Deshalb gab es in den 1970er Jahren eine Ausschreibung des Alt Heidelberger Vereins, um einen neuen Affen aufzustellen. Wie schon sein historischer Vorgänger sollte er den nackten Po über den Neckar recken und in seiner Hand den Spiegel festhalten. Den Zuschlag unter 3 Künstlern erhielt Gernot Rumpf, ein Professor und Bildhauer. Er entwarf ihn 1977 und begleitete zwei Jahre später dessen Aufstellung.

Der Brückenaffe heute: ein beliebtes Fotomotiv

Der heutige Primat fasst sich nicht an seinen Hintern. Er zeigt die gehörnte Hand, welche den sogenannten „Bösen Blick“ abwenden soll. Ein Spottgedicht, das schon den alten Affen zierte, ist auch heute noch auf einer Plakette neben der Bronze zu lesen. Der Clou an dieser Bronze ist übrigens, dass sie einen hohlen Kopf besitzt. Das eröffnet euch die Möglichkeit, den eigenen Kopf hineinzustecken und euch als Brückenaffe fotografieren zu lassen. An warmen Sommertagen könnt ihr den Affen gar nicht verfehlen, denn er ist immer von Touristen umlagert.

Brückenaffe Heidelberg
Bild: Wing / CC BY-SA

Wie bei so vielen ungewöhnlichen Statuen ranken sich auch um diese einige Mythen, die verschiedene Dinge begünstigen sollen. Wer die ausgestreckten Finger des Affen an seiner rechten Hand reibt, kommt irgendwann zurück in die Stadt am Neckar. Wenn ihr den Spiegel reibt, winkt Reichtum. Der Affe hat weitere tierische Nachbarn in Form von Mäusen. Wer sie berührt, wird angeblich mit Kinderreichtum gesegnet.

Adresse

Neckarstaden 66, 69117 Heidelberg

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