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Wildcampen in Deutschland: Welche Bundesländer erlauben es?

Die Regeln der Bundesländer und Alternativen zum Wildcamping

Wo darf man in Deutschland wildcampen? Die rechtliche Lage ist sehr diffus – anders hätte man es im bürokratischen Deutschland auch nicht erwartet: Während es in einigen Bundesländern unter Bedingungen erlaubt es, ist es in anderen Bundesländern außer mit Erlaubnis verboten. In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über die genauen Regelungen in den einzelnen Bundesländern.

Ist Wildcamping in Deutschland erlaubt?

Pauschal kann man diese Frage leider nicht beantworten. Generell ist Wildcamping in Deutschland in den meisten Bundesländern verboten. Mit der Erlaubnis des Grundbesitzers (sei es eine Privatperson oder der Staat), könnt ihr vom Prinzip her jedoch eigentlich überall campen.

Die Rechtslage ist sehr diffus und jedes Land hat seine eigene Regelung. Mehr dazu unten.

Theorie und Praxis: Wird das Wildcamping in Deutschland toleriert?

Zwischen Theorie und Praxis liegen bekanntlich Welten. Sicher kennt ihr auch bestimmt einen Freund oder Kollegen, der schon einmal wild gecampt hat – ohne irgendeine Strafe bezahlt zu haben.

Fakt ist: Die Wahrscheinlichkeit, in einem abgelegenen Waldstück beim Zeltaufschlagen erwischt zu werden, ist gering. Es gibt natürlich auch eine gewisse Toleranz und es wird eher ein Platzverweis ausgesprochen und nicht sofort ein Bußgeld verhängt.

Auch sollte man es ruhig angehen: Schlagt ihr euer Zelt für eine Nacht alleine oder als Pärchen auf, wird sicherlich niemand etwas sagen. Campt ihr für eine Woche zu zehnt, macht viel Lärm und lasst eure Bierdosen rumliegen, wird sich sicherlich früher oder später jemand beschweren.

Jeder sollte sich jedoch an die Regeln und Gesetze halten, deswegen bleibt das Beste immer noch: Wildcamping nur da, wo es auch explizit erlaubt es. In einigen Bundesländern ist das auch ohne Erlaubnis möglich.

Alternativen zum Wildcamping

1NiteTent

Als Alternative zum Wildcampen könnt ihr euch unsere Liste ungewöhnlicher Unterkünfte in Deutschland anschauen. Dort findet ihr zum Beispiel Locations, in denn ihr in einem Strandkorb übernachten könnt oder in Baumhäusern.

Eine weitere interessante Alternative ist 1NintTent. Auf dieser Website haben Privatpersonen ihre Höfe / Gärten / Wälder eingetragen, die sie für Camping-Reisende zur Verfügung stellen. Oftmals handelt es sich dabei um die Gärten von Privatpersonen, sodass man nicht in voller Natur ist. Dafür darf man aber auch in vielen Fällen die Sanitäranlagen mitbenutzen.

In welchen Bundesländer ist Wildcampen erlaubt?

In den meisten Bundesländer ist das Wildcamping in Deutschland verboten (außer mit Erlaubnis). Lediglich in Brandenburg, Bremen, Meck.-Pomm. und Schleswig ist das Wildcampen (unter bestimmten Bedingungen) erlaubt.

Alle anderen Ländern in Deutschland verbieten das Wildcampen, außer ihr habt eine Erlaubnis des Grundbesitzers. Wer also wild in einem Wald campen möchte, braucht also die Genehmigung des Staates (bei einem öffentlichen Wald) oder die einer Privatperson (bei einem privaten Wald).

GRÜN: Wildcamping ist unter Bedingungen erlaubt
ROT: Wildcampen ist verboten, außer mit Erlaubnis

BundeslandWildcampen erlaubt?
Baden-WürttembergNein, außer mit Erlaubnis
BayernNein, außer mit Erlaubnis
BerlinNein, außer mit Erlaubnis
BrandenburgJa, unter Bedingungen
BremenJa, unter Bedingungen
HamburgNein, außer mit Erlaubnis
HessenNein, außer mit Erlaubnis
Mecklenburg-VorpommernJa, unter Bedingungen
NiedersachsenNein, außer mit Erlaubnis
Nordrhein-WestfalenNein, außer mit Erlaubnis
Rheinland-PfalzNein, außer mit Erlaubnis
SaarlandNein, außer mit Erlaubnis
SachsenNein, außer mit Erlaubnis
Sachsen-AnhaltNein, außer mit Erlaubnis
Schleswig-HolsteinJa, unter Bedingungen
ThüringenNein, außer mit Erlaubnis

Die genauen Bedingungen für die einzelnen Bundesländern werden hier unten noch einmal erörtert.

#1 Ist das Wildcamping in Baden-Württemberg erlaubt?

In Baden-Württemberg ist Wildcamping grundsätzlich nicht erlaubt und ihr müsst mitunter mit sehr hohen Strafen rechnen. Im Paragraph 44 des Naturschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg könnt ihr lesen, dass ein Betretungsrecht für alle fahrenden, motorisierten und abgestellten Fahrzeuge, Anhänger, Zelte und das Feuer machen ausgeschlossen ist. Für widerrechtliches Handeln müsst ihr bis zu 500 Euro zahlen.

Solltet ihr mit eurem Wohnmobil aber eine Panne haben, dürft ihr als Ausnahme zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ eine Nacht am Straßenrand verbringen.

In Baden-Württemberg gibt es aber eine sogenannte rechtliche Grauzone die besagt, dass ihr draußen ohne Zelt, also nur mit einer Isomatte und einem Schlafsack übernachten dürft, solange ihr klar machen könnt, dass ihr euch lediglich ausruhen wollt oder einen Blick in die Sterne genießen möchtet.

#2 Ist das Wildcamping in Bayern erlaubt?

In Bayern herrschen beim Thema Wildcamping mit Abstand die schärfsten Regelungen und Gesetze. Laut dem Bayerischen Naturschutzgesetz ist wildes Campen in Bayern ganz klar verboten. Doch es gibt auch eine Ausnahme: Wollt ihr Euch beispielsweise einfach mit eurem Camper in der Natur aufhalten, ist das möglich, ohne dafür eine spezielle Genehmigung einzuholen, ihr müsst jedoch euren Platz für die Nacht räumen, denn das Übernachten ist streng verboten.

Wenn ihr euch aber doch einmal dazu entscheidet, eine Nacht außerhalb eines Campingplatzes zu verbringen, müsst ihr vorab unbedingt eine Genehmigung des Eigentümers oder beim zuständigen Kreisverwaltungsreferat einholen. Bei der ganzen Planung, die dem voraus geht, bleibt euch von Spontanität leider nicht mehr viel übrig.

Wildes Campen in Bayern kann mit einem Camper bis zu 2.500 Euro und einem Zelt bis zu 500 Euro kosten. Dann lieber doch auf einen offiziellen Campingplatz zurückgreifen, das erspart sowohl Geld, als auch Zeit.

#3 Ist das Wildcamping in Berlin erlaubt?

In Berlin ist das Wildcamping ähnlich geregelt, wie im Bundesland Baden-Württemberg. Hier dürft ihr zwar die freie Natur offiziell betreten und es gelten auch hier die rechtlichen Grauzonen, dass mit Isomatte und Schlafsack eigentlich im freien übernachtet werden darf, aber grundsätzlich gelten auch hier die Regeln des Naturschutzgesetz des Landes Berlin.

Bei widerrechtlichen Handlungen, müsst ihr auf jeden Fall mit einem Bußgeld rechnen.

#4 Ist das Wildcamping in Brandenburg erlaubt?

In Brandenburg haben Wildcamper wohl die meisten Freiheiten. Wenn ihr zu Fuß, zu Pferd oder als Wasserwanderer mit einem Kanu unterwegs seid, dürft ihr offiziell für eine Nacht in freier Natur euer Zelt aufschlagen und übernachten. Ausnahmeregelungen gelten hier jedoch für Privatgrundstücke, für die der Eigentümer eine Genehmigung verweigern darf.

Wichtig ist in Brandenburg nur, dass ihr es mit dem Wildcamping nicht übertreibt, denn ab einem Aufenthalt bis zu 10 Tage in einem Naturschutzgebiet, müsst ihr zwischen 100 und 400 Euro zahlen. Bei längerem Aufenthalt können nochmals pro Tag Bußgelder zwischen 5 und 100 Euro hinzukommen.

#5 Ist das Wildcamping in Bremen erlaubt?

Da Bremen als Stadtstaat nur über eine sehr geringe Anzahl an unbebauten Flächen verfügt, gibt es hier kein eigenes Waldgesetzt und keine rechtlichen Regelungen, was das Wildcamping betrifft, da hier schlichtweg der Platz fehlt, um es sich für eine Nacht unter freiem Himmel mit dem Zelt gemütlich zu machen.

Aber: Solltet ihr einen trotz allem einen Platz finden, gibt anscheinend auch kein Gesetzt, das es euch verbietet, dort zu übernachten.

#6 Ist das Wildcamping in Hamburg erlaubt?

Laut Bundesnaturschutzgesetz, ist in Hamburg das Betreten von Wäldern und freien Landschaftsflächen grundsätzlich erlaubt.

Wollt ihr jedoch in diesen Gebieten Zelten und Campen, müsst ihr hierfür eine Genehmigung bei der zuständigen Behörde oder dem Landwirt, beziehungsweise dem Waldbesitzer einholen, andernfalls drohen euch Bußgelder von bis zu 2.500 Euro.

#7 Ist das Wildcamping in Hessen erlaubt?

Auch hier ist wildes Zelten, beziehungsweise Campen grundsätzlich verboten und ihr müsst Euch zuvor eine Genehmigung über die Behörde, den Landwirt oder den Waldbesitzer einholen. Andernfalls drohen euch auch hier hohe Bußgelder.

#8 Ist das Wildcamping in Mecklenburg-Vorpommern erlaubt?

In Hessen sind die Regelungen für das Wildcamping nicht ganz so streng geregelt, wie in den restlichen Bundesländern. Das dort herrschende Naturschutzausführungsgesetz besagt, dass ihr als Wanderer, wenn ihr ausschließlich nur zu Fuß unterwegs seid, also ohne Camper oder Wohnmobil, für eine Nacht in der Natur mit eurem Zelt übernachten dürft.

Doch es gibt eine Ausnahme, die ihr unbedingt beachten solltet. Ihr dürft keinesfalls in einem Naturschutzgebiet, Nationalpark oder auf privaten Grundstücken euer Zelt aufschlagen, denn das kann euch ein Bußgeld von bis zu 100 Euro kosten.

#9 Ist das Wildcamping in Niedersachsen erlaubt?

In Niedersachsen gibt es auch wie in vielen anderen Bundesländern ein unmissverständliches Verbot zum Wildcampen, das sogar gesetzlich geregelt ist.

Sollte es euch trotzdem einmal über Nacht in die Natur ziehen, müsst ihr beim erwischt werden zwischen 10 und 250 Euro zahlen.

#10 Ist das Wildcamping in Nordrhein-Westfalen erlaubt?

In Nordrhein-Westfalen gibt es ein Gebiet in dem ihr ganz offiziell für eine Nacht mit einem Zelt übernachten dürft. Im Naturpark Hohes Venn-Eifel dürft ihr als Wanderer für 10 Euro pro Nacht ganz legal die Sterne beobachten, vorausgesetzt ihr seid nur zu Fuß und ohne Camper oder Wohnmobil unterwegs.

Im restlichen Land ist das Wildcamping laut dem Landesforstgesetz leider ausdrücklich verboten und kann euch bis zu 80 Euro pro Tag kosten.

#11 Ist das Wildcamping in Rheinland-Pfalz erlaubt?

Auch im Bundesland Rheinland-Pfalz sind die Regelungen zum Wildcamping sehr streng und gesetzlich geregelt. Ohne Erlaubnis geht es auch hier nicht und wird pro Tag mit einem Bußgeld bis zu 103 Euro geahndet.

Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat aber mittlerweile festgestellt, dass es immer mehr Begeisterung für das Wildcamping gibt und hat somit im Hunsrück und dem Pfälzerwald Camps eingerichtet, in denen Wanderer für 10 Euro pro Nacht offiziell unterm Sternenhimmel übernachten dürfen.

#12 Ist das Wildcamping in Saarland erlaubt?

Das Saarland hat das Verbot zum Wildcampen im sogenannten Waldgesetz und dem Naturschutzgesetz verankert und es ist somit strengstens verboten.

#13 Ist das Wildcamping in Sachsen erlaubt?

Auch in Sachsen gilt normalerweise ein sehr strenges Verbot zum Wildcamping, aber für richtig begeisterte Outdoor – Fans hat sich das Bundesland etwas einfallen lassen. Im Elbsandsteingebirge können Wanderer für 5 Euro pro Nacht unter freiem Himmel schlafen und die Natur genießen.

Für wen das noch zu wenig ist, der kann gerne einen richtigen Nervenkitzel erleben und in der Sächsischen Schweiz auf einem Felsüberhang mit Isomatte und Schlafsack übernachten.

#14 Ist das Wildcamping in Sachsen-Anhalt erlaubt?

Wenn ihr in Sachsen-Anhalt Wildcampen möchtet, ist das nur mit einer ausdrücklichen Erlaubnis einer zuständigen Behörde, des Grundstücksbesitzers oder des Land-, beziehungsweise Forstwirt gestattet.

#15 Ist das Wildcamping in Schleswig-Holstein erlaubt?

Grundsätzlich ist hier in Schleswig-Holstein Wildcamping verboten und es geht nichts ohne eine Erlaubnis, aber auch hier gibt es eine tolle Ausnahme. Das Bundesland hat die wunderbare Initiative „Wildes Schleswig-Holstein“ gegründet und gibt damit Radfahrern und Wanderern in verschiedenen Gebieten des Bundeslandes die Möglichkeit, eines kostenfreien Übernachtungsplatz in freier Natur.

#16 Ist das Wildcamping in Thüringen erlaubt?

Leider ist es auch im gesamten Bundesland Thüringen grundsätzlich verboten wild zu campen und kostet pro Tag bis zu 100 Euro. Dann solltest ihr doch lieber vorher eine Genehmigung bei der Behörde oder dem Eigentümer einholen.

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