Kaiser-Wilhelm-Brücke
Matthias Süßen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (cropped)

Deutschland mal anders, das sind mehr als 550+ ungewöhnliche und skurrile Orte in Deutschland! Hier startet die Entdeckungssreise!

Die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven entschleunigt. Und das schon seit dem Jahr 1907. Bei ihr handelt es sich mit einer Spannweite von 159 Metern um die größte Drehbrücke in ganz Europa.

Wenn Schiffe passieren, steht der Straßenverkehr still. Die Wartezeit werdet ihr jedoch mit Staunen verbringen, denn das Auf- und Zuschlagen der Kaiser-Wilhelm-Brücke, die früher manuell bedient wurde, ist auch in unserem technisierten Zeitalter nach wie vor ein richtiges Spektakel.

Das Wahrzeichen von Wilhelmshaven

Die Wilhelmshavener nennen ihre Kaiser-Wilhelm-Brücke kurz und bündig KW-Brücke. Sie ist bestens gelegen, führt sie doch über den Großen Hafen und gilt dort als Eingangstor zur sogenannten Maritimen Meile.

Hier verbindet sie die Wilhelmshavener Südstadt mit dem Südstrand, und ihr befindet euch nach der Brückenquerung auf dem Weg zum Aquarium, Marinemuseum und dem Besucherzentrum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer.

Kaiser-Wilhelm-Brücke
De-tek, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die über 20 Meter Hohe Brückenkonstruktion besteht aus insgesamt 800 Tonnen Stahlfachwerk. Die Stahlteile wurden im MAN Werk Gustavsburg bei Mainz vorgefertigt, und dann per Schiff zur Endmontage nach Wilhelmshaven transportiert.

Die Kaiser-Wilhelm-Brücke wird gedreht

Sobald sich ein Schiff nähert, das eine Höhe von über neun Metern aufweist, und somit nicht unter der Brücke hindurch fahren kann, muss die Kaiser-Wilhelm-Brücke aus dem Ems-Jade-Kanal gedreht werden.

Die zu passierende Wasserstrecke ist in ihrer Breite relativ eng, so dass es nicht ausreichen würde, die Brückenteile einfach nach oben zu klappen, um den Schiffen Durchfahrt zu gewähren. Sie würden schlicht an die Brückenteile anstoßen. Deshalb konstruierte man die Brücke so, dass zwei selbständig drehbare Brückenteile entstanden.

Kaiser-Wilhelm-Brücke
Ein Dahmer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Somit gehört sie zur Gattung der Doppeldrehbrücken. In ihrer Form gleicht sie klassischen Hängebrücken. Ein zeitlich großzügig gesetztes Ampel- und Schrankensystem stoppt bei anstehender Schiffsdurchfahrt zunächst den Verkehr zu beiden Seiten der Brücke: Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrer müssen nun warten.

Anschließend driften die genieteten stählernen Fachwerkpylonen auseinander, und werden über Zügelgurte parallel zum Ufer gedreht. So erhalten die Schiffe genügend Platz für die Durchfahrt.

Im Anschluss geht es zurück, und die Brücke setzt sich wieder zusammen. Heute läuft dieser Vorgang komplett mechanisch ab. Früher, als die Brückendrehung noch manuell geleistet wurde, waren mindestens sechs Personen notwendig, um die 800 Tonnen Stahl zur Seite, und wieder zurück, bewegen zu können. Sollte die Mechanik ausfallen, ist der manuelle Betrieb nach wie vor möglich.

Wie es aussieht, wenn sich die Brücke öffnet, könnt ihr in diesem Video sehen:

Die Kaiser-Wilhelm-Brücke als optisches Highlight

Als wäre das nicht schon interessant genug anzusehen, ist die Brücke an sich ebenfalls ein echter Hingucker. Die Stahlteile sind blau lackiert. Zu ihrem hundertsten Geburtstag 2007 wurde die Brücke zudem restauriert.

Seither strahlt sie, besonders zur Nacht, bis weit über das Hafenbecken hinaus. Ein die Brücke komplett überziehendes LED-Beleuchtungssystem, dessen Fixpunkte zwei große mittig angebrachte Lampen sind, lässt sie in der Dunkelheit erstrahlen. Vier traditionelle backsteinerne Brückenhäuser mit kupferverkleideten Mansarddächern runden das schöne Bild ab.

Adresse / Lage: Wo liegt die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven?

Wenn ihr euch das Spektakel selbst anschauen wollt: Die Kaiser-Wilhelm-Brücke liegt im Südosten des Zentrums und verbindet die Innenstadt mit dem Südstrand und dem Helgoland-Kai.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here