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Die Wartburg in Eisenach

Wo Martin Luther das neue Testament übersetzte

Am Nordwestrand des Thüringer Waldes erhebt sich die Wartburg über der Stadt Eisenach. Der auf 411 Meter gelegene, eindrucksvolle Bau ist von weithin zu sehen. Die exponierte Lage auf einem dicht bewaldeten Hügel war für die Namensgebung verantwortlich. Wie auf einer Aussichtswarte war es den Burgherren möglich, herannahende Feinde früh zu entdecken.

In die bewegte Geschichte der Wartburg eintauchen

Wie kaum eine andere historische Sehenswürdigkeit ist die Wartburg eng mit der Geschichte des Landes verbunden. Gegründet wurde sie im Jahr 1067 von dem sagenumwobenen Graf Ludwig dem Springer. Überlieferungen zufolge kündigte er das Bauvorhaben mit den Worten „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden“ an. Zu den ältesten erhaltenen Teilen des Architekturjuwels zählt der Palas im Stil der Spätromantik. Der malerische Musenhof trägt seinen Namen völlig zurecht. Auf der Wartburg gaben sich nämlich während des Mittelalters bekannte Künstler wie Walther von der Vogelheide und Wolfram von Eschenbach ein Stelldicheinein. Vom angeblichen Sängerkrieg unter den ehrgeizigen Musiker berichtet die weltberühmte Oper Tannhäuser von Richard Wagner. Auch aus religiöser Sicht ist die Wartburg eine einzigartige Erinnerungsstätte: Hier übersetzte der Gelehrte und Reformator Martin Luther das Neue Testament. Sein Zimmer, die sogenannte „Lutherstube“, kann heute besichtigt werden.

Wartburg
Bild: Unknown author / Public domain

Die Highlights der Wartburg bei einer Führung kennenlernen

Da die Wartburg an 365 Tagen im Jahr geöffnet ist, bietet sich zu jeder Jahreszeit ein Besuch an. Im Rahmen einer Führung begebt ihr euch auf eine spannende Zeitreise in das Mittelalter. Für Gäste mit Kindern bieten sich einstündige Familienführungen an, die speziell auf die Interessenten der jüngsten Besucher eingehen.

Eines der Highlights ist der 40 Meter lange Festsaal, der die gesamte dritte Etage einnimmt. Er diente Ludwig II als Vorbild für die Prunkräume im bayrischen Schloss Neuschwanstein. Die Kassettendecks aus Holz und die kunstvollen Goldornamente bleiben euch garantiert lange in Erinnerung. Exotisch mutet die Kemenate der hl. Elisabeth an, die vom bekannten Maler August Oetken Anfang des 20. Jahrhunderts gestaltet wurde. Neun Glasmosaike im neobyzantinischen Stil sorgen für besonderes Ambiente. Durch den Margarethengang gelangt ihr schließlich zur Lutherstube, die dem Reformator einst als Arbeitsstätte diente.

Rundgang durch die Kunstsammlung

Im Eintrittspreis ist der Zugang zur Kunstsammlung der Wartburg inbegriffen. Lasst euch dieses einzigartige Museum auf keinen Fall entgehen. Hier sind rund 9.000 Exponate aus verschiedenen Epochen ausgestellt. Unter anderem bewundert ihr ein Porträt von Martin Luther und einen handgeschnitzten Schrank mit auffallenden Arbeiten nach Motiven von Albert Dürer. Zu den bekanntesten Schätzen der Wartburg zählen die Werke von Lucas Cranach. Portraits von Martin und Katharina Luther, Kaiser Karls V und das Gemälde „Junge Mutter mit Kind“ sind einige der Highlights.

Adresse

Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach

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Roman Kugge Deutschland mal anders

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