Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
Bild: Stefan Flöper / Wikimedia Commons

Die im Nordosten von Göttingen gelegene Erdbebenwarte informiert Besucher über die Entstehung und die Auswirkungen von Erdbeben. Die Erdbebenwarte in Göttingen ist vor allem ihrem Namensgeber Emil Wiechert zu verdanken. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Göttinger Institut für Geophysik international bekannt und anerkannt.

Heute ist die Wiechert’sche Erdbebenwarte ein Muss für alle, die sich für Geophysik und Erdgeschichte interessieren: Die Mitarbeiter machen seismische Wellen erlebbar und erläutern deren Entstehung. Abgesehen von den beiden Erdbebenhäusern, der Astronomischen Hütte und dem Ehemaligen Institut für Geophysik ist es möglich, das Gaußhaus zu besichtigen. Hier könnt ihr Wissenswertes über Erdmagnetismus und Magnetosphäre erfahren.

Einblicke in die historische Erforschung der Seismik

Sowohl ein Horizontal- als auch ein Vertikalseismograph dienen seit mehr als 100 Jahren dazu, seismische Aktivität kontinuierlich aufzuzeichnen. Die Seismographen befinden sich im Alten Erdbebenhaus etwa 2,5 Meter und der Erdoberfläche. Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Temperaturänderungen sind die Mauern sehr dick und der Raum ist mehrfach isoliert.

Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
Bild: Stefan Flöper / Wikimedia Commons
Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
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Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
Bild: Fjalnes / CC0

Nach wie vor erfolgt die Produktion von Rußpapier in dem Begrüßungsraum des historischen Gebäudes der Erdbebenwarte. Erst Rußpapier ermöglicht die präzise Darstellung der Bodenbewegungen, die ein Seismograph empfängt. Ein besonders imposantes Messinstrument war und ist das 17-Tonnen-Pendel mit zwei Metern Höhe und zwei Metern Durchmesser.

Moderne Messmethoden

Obgleich die historischen Seismographen noch nicht ausgedient haben, findet seit Beginn des 21. Jahrhunderts ein Breitband-Seismometer modernster Art Verwendung. Es handelt sich um einen Standardseismometer, der in allen Stationen des Deutschen Regionalnetzes (GRSN-Stationen) zu finden ist. Geräte dieser Kategorie nehmen analog Sensorsignale auf, die sie dann digital umwandeln und dem zugehörigen Rechner zur Verfügung stellen. Die Erdbebenwarte hat also die Chance, Erderschütterungen auf traditionelle und auf moderne Weise aufzuzeichnen. Die anschließende Auswertung der Aufzeichnungen ist zusätzlich interessant, weil ein Vergleich zwischen alter und neuer Technik möglich ist.

Die Mintrop-Kugel als Besucherattraktion

Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
Bild: Stefan Flöper / Wikimedia Commons
Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen
Bild: Stefan Flöper / Wikimedia Commons

Ihr könnt tatsächlich unmittelbar bei der Erzeugung eines Erdbebens anwesend sein. Wählt für euren Besuch der Wiechert’schen Erbebenwarte einfach einen ersten Sonntag im Monat! Die monatlich stattfindende öffentliche Führung umfasst nämlich nicht nur die Besichtigung des Geländes und der Gebäude, sondern auch den Fall der Mintrop-Kugel aus 14 Meter Höhe. Im Beisein der Besuchergruppe fällt die vier Tonnen schwere Kugel auf den Boden und löst ein kleines Erdbeben aus.

Das Highlight der Erkundungstour ist Ludger Mintrop, einem Schüler Wiecherts, zu verdanken. Das Vermessen der Wellen lässt Rückschlüsse über Abfolge und Eigenschaften Erdschichten zu. Unter Anleitung eines Mitarbeiters der Erdbebenwarte könnt auch ihr das Erdinnere besser kennenlernen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Empfehlenswert ist der Besuch am ersten Sonntag im Monat, dann findet immer um 14 Uhr eine öffentliche, kostenlose Führung statt. Bei dieser Führung wird dann auch die Mintrop-Kugel fallen gelassen – das Highlight der Besichtigung.

Adresse

Herzberger Landstraße 180, 37075 Göttingen

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