Göttinger Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente
Bild: Oliver Zauzig / CC BY-SA

Im Mathematischen Institut der Universität Göttingen, befindet sich eine sehr außergewöhnliche Ausstellung, die auch Laien die Komplexität der Mathematik näherbringt. Für die Göttinger Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente wurden nämlich viele einzigartige Ausstellungsstücke zusammengetragen, die in der Welt der Mathematik eine wichtige Rolle spielen.

So kann man dort zum Beispiel einen Polyeder aus dem Jahr 1780 bestaunen, der von dem Mathematiker Abraham Kästner einem Lehrer von Carl-Friedrich Gauß entwickelt wurde. Dieser Polyeder ist das älteste Modell der Sammlung, welche insgesamt ungefähr 500 Einzelstücke umfasst. Die meisten Exponate stammen aus der Zeit 1870 bis 1920 und verdeutlichen die Entwicklung der Mathematik in dieser Periode. Ergänzt werden die 500 Modelle durch über 600 Dias zu unterschiedlichen Themen der Mathematik, wie zum Beispiel der technischen Mechanik.

Ein Leben für die Mathematik – Felix Klein, der Begründer der Sammlung

Begründet wurde die Göttinger Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente von dem einst vor Ort wirkenden Mathematiker Felix Klein, der den Grundstock der Sammlung zusammentrug und sich dafür einsetzte neben mathematischen Instrumenten vor allem Modelle zu erhalten. Felix Klein, der ab 1886 in Göttingen tätig war und das Mathematische Institut der Universität Göttingen bis zu seinem Tod 1925 maßgeblich prägte, gilt unter Experten auch als Grund dafür, dass Göttingen zu dieser Zeit als eines der führenden Zentren der Mathematik weltweit galt.

Eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die maßgeblich an der Erhaltung und vor allem Weiterentwicklung der Göttinger Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente beteiligt war, ist der Historiker für Mathematik Otto Neugebauer. Der von 1927 bis 1934 in Göttingen tätige Otto Neugebauer sorgte nämlich dafür, dass die Modelle in luftdichten Vitrinen untergebracht wurden und katalogisierte sämtliche Ausstellungstücke und Dias.

Mathematik visualisiert

Die Modelle der Göttinger Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente bestehen aus verschiedensten Materialien wie beispielsweise Gips, Holz, Karton, Fäden und Metall, weswegen ihr Erhaltungsgrad auch sehr unterschiedlich ist. Hinzukommt, dass einige der Modelle sehr filigran sind, was nicht immer förderlich ist, wenn es darum geht diese zu erhalten. Einige Ausstellungsstücke konnten in den letzten Jahren restauriert werden, wie zum Beispiel die aus Gips gefertigte Clebsche Diagonalfläche, die nun wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Eintritt und Öffnungszeiten

Der Eintritt ist kostenlos. Die Sammlung ist montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr im Mathematischen Institut der Universität Göttingen, Bunsenstraße 3-5, zu besichtigen. Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich.

Adresse: Wo kann ich die Modelle sehen?

Die Modelle sind ausgestellt in der Georg-August-Universität Göttingen, Mathematisches Institut, Bunsenstraße 3-5, 37073 Göttingen.

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