Bebelplatz Berlin
Bild: Bild: Jorge Lascar, Flickr, Creative Commons

Der Bebelplatz in Berlin beeindruckt auf den ersten Blick durch seine für Berlin doch eher ungewöhnliche Architektur. Dass noch mehr hinter dem geschichtsträchtigen Platz steckt, lässt das Mahnmal im Zentrum der Freifläche erahnen. Was es mit diesem außergewöhnlichen Ort auf sich hat und welche Geschichte der Platz erzählt, erfahrt ihr im Folgenden.

Die Historie des Bebelplatzes

Der Bebelplatz Berlins erzählt eine lange Geschichte. Seine Planung begann bereits 1740. In Auftrag gegeben von Kaiser Friedrich II. sollte das ehemalige Forum Fridericianum als neues Stadtzentrum Berlins dienen. Im Verlauf der Geschichte wurde der Platz mehrfach umbenannt. Seinen heutigen Namen verdankt er dem Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei Ferdinand August Bebel. Nach und nach entstanden hier die Staatsoper sowie die Humboldt Universität im Jahr 1810. Im Laufe der Zeit kamen weitere beeindruckende Bauten dazu.

Der Bebelplatz als Schauplatz für den dunkelsten Abschnitt deutscher Geschichte

So beeindruckend die Fassaden des heutigen Bebelplatzes doch sind, so dunkel ist ein Abschnitt seiner Geschichte. Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten im Rahmen einer landesweiten Bücherverbrennung über 20.000 Bücher, die sie als unwürdig erachteten. Darunter nicht nur literarische Meisterwerke jüdischer Autoren, sondern auch Werke von ausländischen und deutschen Schriftstellern, die als nicht deutsch genug deklariert wurden. Unter den verbrannten Büchern befanden sich unter anderem Schriftstücke von Kurt Tucholsky, Thomas Mann, Heinrich Heine und Erich Kästner. Letzterer sah sogar unerkannt zu, wie einige seiner Arbeiten zu Asche wurden.

Damit dieser unfassbar schlimme Abschnitt der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, wurde ein Mahnmal von Micha Ullmann errichtet. Es handelt sich um eine leere Bibliothek, die in den Boden im Zentrum des Bebelplatzes eingelassen ist. In dieser Bücherei hätten normalerweise 20.000 Bücher Platz. Diese Zahl ist selbstverständlich kein Zufall. Die Warnung und gleichsam dunkle Vorahnung Heines, dass bald auch Menschen verbrannt werden würden, ist am Mahnmal angebracht.

Der Bebelplatz heute

Heute sind am Bebelplatz zahlreiche Gebäude zu finden, die bei einer Erkundung Berlins nicht fehlen dürfen. Die Fassaden der Gebäude sind teilweise sogar so restauriert worden, wie sie vor der Bombardierung Berlins aussahen. Zwar befindet sich in den Gebäuden eine zumeist moderne Bauweise, doch das äußere der Häuser ist sehr sehenswert.

Zu sehen ist etwa die Staatsoper „Unter den Linden“, das erste freie Opernhaus in Deutschland, das Prinzessinnenpalais, die St. Hedwigs-Kathedrale, die zu den wichtigsten katholischen Kirchen der Stadt zählt, das Alte Palais, der ehemaligen Residenz des Kaisers Wilhelm I., das Hotel de Rome, einem beeindruckenden Luxushotelkomplex und die Alte Bibliothek.

Adresse

Unter den Linden, 10117 Berlin

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