Jüdischer Friedhof Berlin Weißensee
Anagoria, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Deutschland mal anders, das sind mehr als 550+ ungewöhnliche und skurrile Orte in Deutschland! Hier startet die Entdeckungssreise!

Der jüdische Friedhof Weißensee steht bereits seit den 1970er Jahren unter Denkmalschutz und befindet sich im Berliner Verwaltungsbezirk Pankow. Er wurde im Jahr 1880 eingeweiht und umfasst eine Fläche von etwa 42 ha. Mit einer Länge von rund einem Kilometer und einer Breite von 0,5 km ist er der größte jüdische Friedhof Europas. Es ist bemerkenswert, dass das Totenregister bis heute vollständig erhalten ist und somit ein ganz außergewöhnliches Dokument der Zeitgeschichte darstellt.

Der größte jüdische Friedhof Europas

Wenn ihr historisch interessiert seid, solltet ihr dieses Areal mit den rund 115.000 Grabstellen unbedingt einmal besuchen. Im Eingangsbereich wurde ein Mahnmal eingerichtet, das an die Opfer der Shoah (hebräisches Wort für Holocaust) erinnert. Es repräsentiert alle Juden, die in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern ums Leben kamen und kein Grab besitzen.

Der älteste Teil des Friedhofs liegt auf der nördlichen Seite, wo sich auch die verschiedenen Friedhofsgebäude, wie zum Beispiel die Trauerhalle, die im Jahr 1911 eingeweiht wurde, befinden. Hier erkennt man ein interessantes System der Wege, welches die Grabfelder in verschiedene geometrische Formen (Trapeze, Drei- und Rechtecke) gliedert. Dort, wo sich Hauptwege kreuzen, wurden seinerzeit Kreise, Oktagone und Quadrate gestaltet. In späteren Jahren legte man die Gräber dagegen nur noch in Rechtecken an.

Auf dem Friedhof Weißensee existiert bereits seit 1927 ein Ehrenfeld mit den sterblichen Überresten von 12.000 deutsche Soldaten jüdischen Glaubens, die während des 1. Weltkrieges ums Leben kamen.

Es ist spannend zu erfahren, dass nur wenige Tage nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 vom Rabbiner Martin Riesenburger bereits wieder ein öffentlicher jüdischer Gottesdienst in einem der Friedhofsräume gefeiert wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus hatten sich immer wieder Verfolgte in den manchmal äußerst großräumigen Gruften vor ihren Häschern versteckt.

Auf diesem Friedhof, der zu den schönsten seiner Art zählt, wurden viele berühmte Persönlichkeiten beigesetzt. So liegt hier unter anderem der Dichter Stefan Heym, der 2001 zwar in Israel starb aber hier seine letzte Ruhe fand. Im Rahmen von geführten Rundgängen könnt ihr diesen faszinierenden Ort und seine berührenden Geschichten entdecken. Männer sollten während eines Besuches aus Respekt eine Kopfbedeckung tragen. Bei Bedarf kann sich am Eingang eine Kippa ausgeliehen werden.

Adresse: Wo liegt der Weißensee-Freidhof?

Der Friedhof liegt im Stadteil Pankow an der Adresse: Herbert-Baum-Straße 45, 13088 Berlin

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here