Die Stabkirche Hahnenklee

Schlangen und Drachen zieren diese „Stabkirche“ nach norwegischem Vorbild

Stabkirchen kennt man aus nördlichen Gefilden, konkret aus Norwegen. Doch auch in unseren Breiten gibt es die ein oder andere Stabkirche. Zum Beispiel die Gustav-Adolf-Stabkirche Hahnenklee im Oberharz. Vorbild war tatsächlich eine Stabkirche, deren Original in der norwegischen Provinz Vestland zu finden ist: die Stabkirche Borgund.

Was aber macht eine Stabkirche eigentlich aus? Und was ist das Besondere an der Gustav-Adolf-Stabkirche Hahnenklee? Antworten auf diese Fragen findet ihr hier.

Was ist eine Stabkirche?

Eine Stabkirche (aus Mastenkirche genannt), ist ein Holzkirche, die aus senkrecht stehende Holzmasten (oder Holzstäbe) besteht. Die Dächer von Stabkirchen erinnern oftmals an Kartenhäuser. Stabkirchen haben ihren Ursprung in Skandinavien und sind oftmals mit heidnischen Symbolen (Schlangen, Drachen usw. ) verziert.

Der Grundriss einer Stabkirche ist oft recht einfach gehalten. Einschiffige Stabkirchen werden von Stäben an den Ecken der Außenwände begrenzt. Die größeren Mastenkirchen verfügen über eine etwas komplexere Struktur. Hier wird ein Hauptschiffe von einem sogenannten Umgang ummantelt. Für die Stabilität der Konstruktion sorgen dann, neben den Eckstäben, auch vielfach gesetzte Mittelstäbe.

Die Dächer von Stabkirchen schauen ein wenig aus wie Kartenhäuser. Es handelt sich um mehrfach gestaffelte, sehr steile Dächer, die im Inneren der Kirchen von freistehenden Stäben getragen werden.

Die Stabkirche Hahnenklee

Erbaut wurde die Gustav-Adolf-Stabkirche um 1908. Mit 350 Sitzplätzen gehört sie zu den größeren und aufwendiger gestalteten Mastenkirchen. Als Baumaterial fungierte Fichtenholz, das am nahen Bocksberg geschlagen wurde.

Stabkirche Hahnenklee Winter Schnee

Es wurden keinerlei Nägel oder Schrauben verbaut, denn Stabkirchen bestehen komplett aus Holz. Dazu erinnern sie in ihrer Erscheinungsform an Wikingerschiffe, die ebenfalls ohne Metall auskamen.

Was den Baustil anbetrifft, findet ihr im Harz ein Duplikat des norwegischen Vorbildes, der Stabkirche Borgund, vor. Da der norwegische große Bruder jedoch, im Gegensatz zur kleinen Schwester in Hahnenklee, nicht wirklich für den Betrieb mit Gottesdiensten ausgelegt war, gibt es im Innenraum deutliche Unterschiede.

Stabkirche Hahnenklee Winter Schnee
Stabkirche Hahnenklee Innen
Stabkirche Hahnenklee Innen
Stabkirche Hahnenklee Innen Decke

Zu den 350 Sitzplätzen für Gottesdienstbesucher gesellt sich eine Orgel, die die Gottesdienste musikalisch begleitet. Auf Grund der klimatischen Bedingungen im Harz, war die Ausstattung der Stabkirche mit diesem Instrument ein nicht ganz einfaches Unterfangen, und die Orgel musste mehrfach ausgetauscht oder teilweise erneuert werden.

Der Glockenturm und das Carillon

Viele Besucher werden vom berühmten Glockenturm der Gustav-Adolf-Stabkirche angezogen. Seit 2005 befindet sich dort ein großes mechanisch bespielbares Glockenspiel, ein sogenanntes Carillon, mit sage und schreibe 49 Glocken. Von deren Klang wegtragen lassen könnt ihr euch im Rahmen eines der vielen Kirchenkonzerte.

Stabkirche Hahnenklee Glockenturm Carillon
Stabkirche Hahnenklee Glockenturm Carillon

Diese Ausstattung macht die Gustav-Adolf-Stabkirche doch auch bei Ehepaaren sehr beliebt: hier finden eine ganze Menge Trauungen statt. Wenn ihr die Stabkirche besucht, haltet auch unbedingt Ausschau nach Drachen- und Schlangenabbildungen.

Ungewöhnlich für eine Kirche? Für klassische Kirchenbauten trifft das sicherlich zu, doch nicht für Stabkirchen. Auf Grund ihrer Entstehungsgeschichte im Skandinavien des etwa zehnten Jahrhunderts, sind Stabkirchen bis heute mit zahlreichen heidnischen Symbolen geschmückt.

Mein Tipp: die Stabkirche Hahnenklee im Winter besichtigen

Stabkirche Hahnenklee Winter Schnee

Ich habe die Stabkirche Hahnenklee im Winter besichtigt, was ein tolles Erlebnis war. Der Harz ist eine Region, in der es im Winter immer viel schneit, und Hahnenklee liegt in knapp 500 Metern Höhe. Im Januar bzw. Februar liegt dort oft – reichlich – Schnee.

Die Stabkirche im Winter ist sehr beeindruckend. Etwas abseits des Dorfes gelegen, scheint sie im Winter einsam alleine im nebeligen und verschneiten Harz zu liegen. Von den Dächern hängen, wenn es kalt ist, zahlreiche Eiszapfen herunter, was die winterliche Atmosphäre noch einmal unterstreicht. (Achtung: Einige Schlangenfiguren auf dem Dach – siehe Titelbild – werden im Winter wohl abmontiert)

Stabkirche Hahnenklee Winter Schnee

Im Winter könnt ihr auch das Skigebiet und die Rodelbahn am Bocksberg nutzen und euch so einen schönen Tag machen. Im Sommer hingegen lockt die Sommerrodelbahn!

Fazit zur Stabkirchen Hahnenklee

Mit persönlich hat die Stabkirche super gefallen. Es ist mal etwas anderes als eine „normale“ Kirche und erinnert natürlich stark an Skandinavien. Die ganzen Schnitzereien, insbesondere an den Außentüren und die Dekorierungen an der Decke innen fand ich sehr schön. Auch die etwas versteckten heidnischen Symbole, wie Drachen und Schlangen sind mal etwas anderes.

Stabkirche Hahnenklee Glockenturm Schnee

Ich empfehle jeden, der in der Gegend ist, den kurzen Abstecher zur Stabkirche zu machen. Viele Besucher sind in Hahnenklee um zu rodeln, Ski zu fahren oder zu wandern, doch nur wenige schauen sich die ungewöhnliche Kirche an, sodass es dort auch nie zu voll ist.

Praktische Informationen

Adresse / Anfahrt

Die Stabkirche liegt im Oberharzer Dorf Hahnenklee, welches etwa 10 Kilometer südlich von Goslar liegt bzw. 60 Kilometer südlich von Braunschweig. Eine Anfahrt ist hier quasi nur mit dem Auto möglich, Parkplätze sind am Bocksberg reichlich vorhanden. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man hier nur sehr, sehr schwer hin.

Stabkirche Hahnenklee

Ab dem Parkplatz einfach den Schildern folgen. Die Adresse der Kirche lautet: Professor-Mohrmann-Weg 1, 38644 Goslar.

Öffnungszeiten, Gottesdienste & Veranstaltungen

Der Gottesdienst findet jeweils sonntags um elf Uhr statt. Samstags um 15 Uhr erklingt das Carillon. Daneben könnt ihr die Gustav-Adolf-Stabkirche zu folgenden Zeiten besichtigen.

Mai bis Oktober:

  • Montag bis Samstag: 10.30 Uhr bis 17 Uhr
  • Sonntag: 9.30 Uhr bis 10.45 Uhr und 12 Uhr bis 17 Uhr

November bis April:

  • Montag bis Freitag: 11 Uhr bis 12.30 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr
  • Samstag: 11 Uhr bis 16 Uhr
  • Sonntag: 12 Uhr bis 16 Uhr

Eintrittspreise

Der Eintritt in die Stabkirche ist kostenlos. Es wird jedoch um eine kleine Spende in Höhe von 2 € gebeten, die dem Erhalt der Kirche dient. Lasst die 2 € ruhig da. Ich fand es schön, dass eine Aufsichtsperson da war, die außerdem noch sehr freundlich und auskunftsfreudig war.

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