Einhornhöhle
Bild: Tine / CC BY-SA

In den „Harzer Dolomiten“, einer Bergregion nordöstlich von Scharzfeld, befindet sich eine der größten Schauhöhlen des Harzes – die sagenumwobene Einhornhöhle. Diese im mehr als 270 Millionen Jahre alten Gestein natürlich entstandene Höhle ist aber nicht nur eine beliebte Touristenattraktion, sondern auch ein bedeutsames Kultur- und Naturdenkmal.

Beeindruckendes Naturerlebnis auf kleinstem Raum

Der Mythos des Einhorns fasziniert Menschen schon seit jeher. Schon unsere Vorfahren gruben in der Höhle über Jahrhundert hinweg nach dem „Unicornu fossile“, dessen zu Pulver gemahlenen Gebeine in Europa als Medizin sehr begehrt waren. Schon im Jahr 1583 wurde von den Einhorn-Grabungen berichtet.

Einhornhöhle
Bild: Johann Heinrich Ramberg / Public domain

Interessante Daten und Fakten

Ein paar interessante Zahlen und Fakten zur Höhle

  • vor etwa 2000 Jahren ließ Caesar im Harz nach dem Einhorn suchen
  • die ältesten Inschriften auf den Höhlenwänden stammen aus dem 12. Jahrhundert
  • seit dem 16. Jahrhundert gibt es in der Einhornhöhle Führungen

Die Höhle erwies sich über einen langen Zeitraum bei Knochensammlern als ergiebige Fundstelle für die begehrten Einhornknochen. Aber schon im 17. Jahrhundert kam die Erkenntnis, dass es sich bei den gefundenen Knochen nicht um Einhornknochen, sondern um die fossilen Überreste von Großsäugetieren handelt. Trotzdem blieb das Einhorn als Namensgeber für diese Höhle erhalten. Neben Knochengräbern wurde die Höhle aber auch von Wissenschaftlern und Forschern aufgesucht.

Im Jahre 1686 grub hier Gottfried Wilhelm Leibniz und 1784 war Johann Wolfgang von Goethe in der Einhornhöhle. Hermann Löns und Rudolf Virchow suchten für wissenschaftliche Zwecke die Höhle Ende des 19. Jahrhunderts auf. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1985 bis 1988 fanden Forscher Steinwerkzeuge aus der Altsteinzeit. Somit war bewiesen, dass in der Einhornhöhle vor 100.000 Jahren Neandertaler lebten.

Die Einhornhöhle heute

Heute ist die Einhornhöhle die größte begehbare Schauhöhle des Westharzes und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Die Höhle weist eine Gesamtganglänge von fast 700 Metern auf. Die Länge des für Besucher zugänglichen Führungsweges (Hauptstrecke) beträgt etwa 300 Meter. Die Wege sind so ausgebaut, dass sie auch für Rollstühle geeignet sind. Auf der Hauptstrecke befinden sich mehrere große Hallen und Dome, die durch niedrige Gänge miteinander verbunden sind.

Neueste Forschungen aus den Jahren 2014 bis 2017 haben ergeben, dass der Gesamthohlraum der Einhornhöhle um ein Vielfaches größer ist als der uns heute bekannte und begehbare Teil der Höhle. Besonders beeindruckend ist die sogenannte Blaue Grotte im Südwesten der Höhle, da diese über zwei Deckenöffnungen verfügt. Diese beiden Öffnungen sind die einzigen natürlichen Eingänge zur Höhle, die noch vorhanden sind.

Wenn durch diese alten Eingänge das Sonnenlicht in die Blaue Grotte scheint, herrscht dort eine bezaubernde und mystische Atmosphäre. Als Haupteingang zur Einhornhöhle dient ein Stollen, der im Jahre 1905 errichtet wurde. Er befindet sich an einem Seitengang des Weißen Saales. Die Einhornhöhle wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben ohne Gewinn oder Zuschüsse betrieben. Ziel des Vereins ist der Erhalt der Nutzung für Touristen sowie die weitere Erforschung der Höhle.

Besichtigung der Einhornhöhle

Die Einhornhöhle befindet sich in einem Ortsteil Herzbergs, zirka 1,5 km nördlich von Scharzfeld. Es gibt einen gebührenfreien Parkplatz etwa 250 m vom Eingang der Höhle entfernt. Ein Besuch der Einhornhöhle ist nur mit Führung möglich. Im Inneren der Naturhöhle herrscht ganzjährig eine Temperatur von etwa 7°C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Der Boden ist von einer lehmartigen Substanz bedeckt und wirkt beim Gehen elastisch und weich. Für die Führung ist festes Schuhwerk und warme Kleidung empfehlenswert. Die Höhlentour dauert zirka 50 Minuten. Im Anschluss an die Führung kann noch das Höhlenmuseum besucht werden.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Für Besucher ist die Einhornhöhle vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet. Führungen finden von Dienstag bis Sonntag immer stündlich von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr statt.

Eintrittspreise

  • Kinder unter 6 Jahre – 2,00 €
  • Kinder 6 bis 15 Jahre – 6,00 €
  • Erwachsene – 9,00 €

Zahlungen sind nur in bar möglich. Das gilt sowohl für Eintrittsgelder als auch den Einkauf im Kiosk oder Shop.

Adresse

Im Rott, 37412 Herzberg am Harz

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