Funkturm Rottenbuch
Bild: Christoph Filser / CC BY-SA

Funkturm Rottenbuch – ein Bauwerk, welches erst auf den zweiten Blick seine Besonderheiten offenbart

Von Weitem wirkt der Funkturm Rottenbuch wie ein normaler Funkturm, der sich nicht von den vielen anderen Bauwerken seiner Art in ganz Deutschland unterscheidet. Wenn man aber etwas genauer hinschaut, wird schnell klar, warum dieser Turm etwas Besonderes ist. Denn im Gegensatz zu normalen Funktürmen besteht er nicht aus Stahl, sondern aus Holz, was bis heute sehr außergewöhnlich ist. Dass diese einzigartige Konstruktion entstehen konnte, liegt an der Hartnäckigkeit der Bayerischen Staatsforsten und des Landratsamts Weilheim-Schongau, die dafür verantwortlich sind, dass dieser Funkturm aus Holz gebaut wurde. Denn als im Jahre 2002 großes Interesse daran bestand auf der strategisch günstig gelegenen Anhöhe zwischen Peiting und Rottenbuch einen für die flächendeckende Versorgung wichtigen Funkturm zu errichten, war dies die zentrale Forderung der zuvor genannten Stellen, die für die Genehmigung zuständig waren. Diese außergewöhnliche Auflage wurde damit begründet, dass die heimische Forstwirtschaft gefördert werden sollte. Aufgrund der außerordentlichen Wichtigkeit des Standorts für den Funkturm, entschieden sich die zukünftigen Betreiber schon bald dazu auf diese Forderung einzugehen und begannen mit der Planung dieses bis dahin einzigartigen Projekts.

Ein Wunderwerk der Ingenieurskunst – Funkturm Rottenbuch

Da man keine Erfahrungen mit derartigen Bauwerken hatte, begann erst einmal eine sehr aufwendige Planungsphase, nach deren Abschluss dann der Bau des Turmes begann, was dazu führte, dass der Funkturm Rottenbuch 2002 eingeweiht wurde. Der 66 Meter hohe Turm war seinerzeit der höchste Holzturm Deutschlands und galt darüber hinaus als zweithöchstes Bauwerk dieser Art auf der gesamten Welt. Um eine möglichst hohe Stabilität zu gewährleisten, ist der Funkturm Rottenbuch eine sogenannte Leimbinderkonstruktion aus europäischer Douglasie. Gebaut wurde der imposante Turm in Fachwerktechnik, da diese der Konstruktion zusätzlichen Halt verleiht. Aus technischen Gründen konnte man allerdings nicht komplett auf Stahl verzichten, weswegen die Innenbühnen aus verzinktem Stahl hergestellt wurden. Auch die Verbindungselemente bestehen nicht aus Holz. Anstatt dessen verwendete man belastungsfähigere Stahldübel.

Der Funkturm Rottenbuch ist ein Bauwerk mit vielen Besonderheiten

Ein Problem, mit dem die Konstrukteure des Turmes von Baubeginn an zu kämpfen hatten, betraf die Haltbarkeit des verwendeten Holzes. Da eine weitere Bauauflage vorsah, dass in dem Naturschutzgebiet, in dem der Funkturm Rottenbuch errichtet wurde kein chemisches Holzschutzmittel genutzt werden darf, mussten sie sich etwas einfallen lassen, um sicherzustellen, dass die Holzkonstruktion nicht schon nach kurzer Zeit verrottet. Die Lösung lag schließlich darin, den Holzturm so zu konstruieren, dass sich möglichst keine Staunässe absetzt, was schließlich auch gelang. Aufgrund des lebenden Baumaterials Holz und dem soeben beschriebenen Umstand, dass es naturbelassen ist, finden in regelmäßigen Abständen sehr aufwendige Wartungsarbeiten statt. Der Funkturm Rottenbuch ist ein sehr außergewöhnliches Bauwerk, welches aufgrund seiner Größe und der besonderen Baugeschichte nicht nur für Ingenieure interessant ist, sondern auch Laien begeistert.

Adresse

Der Funkturm Rottenbuch liegt auf dem Schnaidberg zwischen Peiting und Rottenbuch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here