Gedenkstätte KZ Bergen-Belsen
Bild: Losch / CC BY-SA

Zweifelsohne gehören die Jahre 1931 bis 1945 zu den dunkelsten der Deutschen Geschichte. Kaum vorstellbar ist das Ausmaß an Grausamkeiten, welches Menschen zu ertragen hatten. Ein Ort, welcher die Qualen und Grausamkeiten des NS-Regimes den Besuchern deutlich vor Augen führt, ist die Gedenkstätte Bergen-Belsen.

In Bauten, am Rande des Übungsplatzes der Streitkräfte in Bergen, richteten die Soldaten Truppen, nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, ein Gefangenenlager für französische und belgische Kriegsgefangene ein. Wenige Jahre später wurde die Anlage deutlich erweitert. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion, lieferte man im Herbst 1941 über 21 000 Gefangene aus der Sowjetunion in Bergen-Belsen ein. Hunger, Seuchen und Kälte herrschten in dem überfüllten Lager, sodass alleine von Herbst 1941 bis April des Folgejahres 14 000 Kriegsgefangene dort den Tod fanden.

Doch mit dieser unglaublichen Zahl an Todesopfern endet die Geschichte des Lagers von Bergen-Belsen noch lange nicht. Im April 1943 übernahm die SS das Lager, vorerst als Austauschlager für jüdische Häftlinge, die Struktur der Anlage wechselte in den Folgejahren mehrmals, ebenso ihre Nutzung. Was sich jedoch nicht änderte, war die Tatsache, dass dort abertausende Menschen, junge wie alte Männer und Frauen, sogar Kinder, einen grausamen Tod starben.

Gedenkstätte KZ Bergen-Belsen
Bild: Losch / CC BY-SA
Gedenkstätte KZ Bergen-Belsen
Bild: Foto: Axel Hindemith

Bereits im Jahr 1952 wurde der Ort als Gedenkstätte Bergen-Belsen eingeweiht und an das Land Niedersachsen übergeben. Seitdem wurde dort ein Dokumentenhaus errichtet, welches die Geschichte des KZ den Besuchern vor Augen führt. Auf dem Gelände befindet sich zudem ein Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung zu welche die Geschichte der Kriegsgefangenenlagern in der Lüneburger Heide sowie dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und dem, nach der Befreiung errichteten, Displaced Persons Camp. Im Juni 2012 wurde außerdem das Außengelände fertig gestellt. Es beinhaltet ein Besucherleitsystem zur Erläuterung des Historischen Ortes mit Informationsstellen und Lesezeichen.

Was aus dem Geschichtsbuch oder Fernsehdokumentationen für manch einen so weit entfernt wirkt und für viele kaum vorstellbar zu sein scheint, löst beim Besuch eines solch geschichtsträchtigen Ortes tiefe Emotionen aus. Sich einmal selbst bewusst zu machen, dass an der Stelle, an der man selbst gerade steht, vor nicht einmal 100 Jahren ein Mensch sein Leben verlor, der vielleicht gerade etwa 30 Jahre alt war und sein ganzes Leben noch vor sich hatte, erweckt in jedem Besucher ein mulmiges und unbehagliches Gefühl. An einem solchen Ort wird jedem bewusst: Die Gräueltaten sind noch nicht so lange her, wie viele glauben. Der Besuch der Gedenkstätten Bergen-Belsen vermittelt den Besuchern noch einmal ein ganz neues Gefühl für die Deutsche Geschichte.

Adresse

Anne-Frank-Platz, 29303 Lohheide

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