Zuckermuseum Berlin
Bild: Photo: User:FA2010 / Public domain

Im Deutschen Technikmuseum ist seit dem Jahr 2015 die permanente Ausstellung „ Alles Zucker! Nahrung – Werkstoff – Energie“ zu finden, bei der der Zucker in der Kulturgeschichte, Landwirtschaft, Technik und Natur im Mittelpunkt steht. Die großen und kleinen Besucher erfahren zum Beispiel, welche Prozesse der Zucker durchlaufen muss, bis er in der Tüte im Supermarkt angeboten werden kann oder was Zucker mit Luftballons oder Krabben zu tun hat.

Außergewöhnliches Ausstellungskonzept

Zuckermuseum Berlin
Bild: Technikmuseum Berlin – SDTB / C. Kirchner
Zuckermuseum Berlin
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Das Berliner Zuckermuseum wurde bereits im Jahr 1904 gegründet, war aber sehr lange Zeit nur für Fachbesucher bestimmt. Seit 1995 ist es Teil des Deutschen Technikmuseums und wurde im Jahr 2015 schließlich neu gestaltet. Wer die Räumlichkeiten des Museums betritt, ist wahrscheinlich einmal überrascht, denn Zuckerstücke wird man hier zunächst vergeblich suchen. Stattdessen trifft man auf Plastiktaschen, Pappbecher oder sogar eine Japanische Riesenkrabbe. Alle Ausstellungsstücke werden in kreisrunden Vitrinen oder sechseckigen Glaszylindern präsentiert und nach und nach wird man darüber aufgeklärt, dass in sehr vielen Dingen, die wir im Alltag verwenden, Zucker enthalten ist.

Die Geschichte des Zuckers

An zahlreichen Displays und Schautafeln wird dann die Geschichte des Zuckers auf sehr anschauliche Art und Weise dargestellt. Die Besucher erfahren viel Wissenswertes über bekannte Raffineriezentren wie zum Beispiel Hamburg, London, Amsterdam oder Antwerpen, können Lithografien von Zuckerladungen oder ein Modell von Franz Carl Achards Rübenzuckerfabrik bestaunen. Franz Carl Achard war ein Berliner Physiker, der mit einheimischen Pflanzen, die Zucker erhielten, experimentierte. Schließlich fand er heraus, dass unter all diesen Pflanzen die Rübe die ergiebigste war, optimierte sie durch weitere Züchtungen und errichtete die weltweit erste Zuckerrübenfabrik in Kunern.

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Zuckermuseum Berlin
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Ein Themenbereich widmet sich außerdem der Sklavenwirtschaft. Da in Europa eine immer größere Nachfrage nach Zucker herrschte, wurden Sklaven aus Afrika in den Plantagen eingesetzt. In der Ausstellung erhalten die Besucher einen interessanten Einblick in ihr Leben sowie die unmenschlichen Transportbedingungen von Afrika nach Amerika. Weitere Höhepunkte des Museums sind die aus Holz gefertigte Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle sowie der schwedische Zuckerkasten, der aus dem späten 18. Jahrhundert stammt.

Weißes Gold

Zuckermuseum Berlin
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Darüber hinaus entdecken Erwachsene und Kinder im Museum auch die unterschiedlichsten Zuckersorten, darunter beispielsweise Traubenzucker, Puderzucker, Kandiszucker, Milchzucker, Hagelzucker oder Brauner Zucker. Sie beschäftigen sich zudem mit Nebenprodukten des Weißen Goldes, wie der Bagasse und Melasse, erfahren, welche ökologische und ökonomische Bedeutung diese Produkte haben, und können „Zuckerhüte“ in unterschiedlichsten Größen bestaunen. Darüber hinaus stellt die Ausstellung auch Gebiete in Deutschland vor, in denen Zucker angebaut wird und präsentiert technische Neuerungen aus den letzten 100 Jahren.

Öffnungszeiten

  • Dienstag: 9:00 – 17:00
  • Mittwoch: 9:00 – 17:00
  • Donnerstag: 9:00 – 17:00
  • Freitag: 9:00 – 17:00
  • Samstag: 10:00 – 18:00
  • Sonntag: 10:00 – 18:00

Eintrittspreise

Eintrittspreise: 8 Euro pro Person, ermäßigt 4 Euro; ab 15 Uhr freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Adresse

Trebbiner Str. 13, 10963 Berlin

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