Das Monster von Morbach
Bild: Avriette at the English language Wikipedia / CC BY-SA (edited)

Seit dem 18. Jahrhundert flackert in Wittlich ein kleines Licht in einem Prozessionshäuschen mit dem Bildnis der heiligen Maria. Es darf nie erlöschen, um nicht ein horrendes Monster zu erwecken, das Morbach und Wittlich im Hunsrück schon im frühen 19. Jahrhundert in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Woher man das weiß? Einmal erlosch das Licht und ein Ungeheuer wie ein Wolf, der sich auf zwei Beinen schlich, bahnte sich seinen Weg durch das dichte Gebüsch des Waldes. In den USA erzählt man sich die Geschichte des Morbach-Monsters seit langem, es wird Zeit, dass auch die Deutschen vor dieser Gefahr gewarnt werden. Oder eben die Sage hören.

Das Schrecken der Dunkelheit – Sage oder Wahrheit?

Es war ein nebliger Herbstabend im Jahr 1988. In Wittlich waren ein paar Männer im schwachen Licht des Vollmonds unterwegs. Es waren amerikanische Soldaten, die in der Lustwaffenbasis Hahn stationiert waren und auf dem Weg von Hahn zu Ihrem Posten in Morbach in der Rheinland-Pfalz waren.

Die Dunkelheit verschlang die Figuren der jungen Männer wahrhaft. Wie so oft kamen sie an dem Heiligenhäuschen, der Gottesmutter Maria geweiht, vorbei. Doch eines war an diesem Abend anders. Es schien bedeutungslos. Die sonst immer erleuchtete Kerze in der Stätte Marias brannte nicht.

Wenn die Kerze der Maria erlischt, passieren im Wald ungeheure Dinge.

Die Amerikaner setzen ihren Marsch zu dem von ihnen bewachten Munitionsdepot unbekümmert fort, nicht ahnend, was in dieser unheilvollen Nacht noch geschehen sollte.

Es kam, was kommen musste. Alarm ertönten entlang der Umzäunung des Munitionslagers. Was konnte die Sensoren ausgelöst haben? Die Männer schlichen sich an die Stelle des Alarms heran und was sie sahen, verschlug ihnen den Atem. Eine riesige Gestalt scheinbar halb Mensch, halb Wolf, ein Werwolf, bewegte sich auf seinen Hinterläufen, um den 3 Meter hohen Zaun zu überwinden.

Dann verschwand das fast 2 Meter große Tier in der Dunkelheit. Die Aufrufe der Soldaten, dass sie den Befehl, zu schießen, ausführen müssten, erhielten keinerlei Resonanz. Die Stille passte sich der Dunkelheit an.

Bereit dem Eindringling zu folgen, gefror den Wachmännern plötzlich das Blut in den Adern. Auf sie zu kam bedrohlich das Monster in Form eines riesigen Werwolfs. Der Wachhund winselte und ein lauter Schrei ertönte. Dieser Schrei einer Frau beendete die furchterregende Begegnung. Das Monster verschwand.

Wie sich die Soldaten nach der Begegnung fühlten, kann man nur erahnen. Doch eines war den Sicherheitsmännern klar: Wenn die Kerze der Maria erlischt, wird das Ungeheuer zum Leben erweckt. Was war dieses monströse Wesen von fast 2 Metern Größe? War es tatsächlich der letzte Werwolf Deutschlands?

Das Morbach-Monster: Wer ist dieser Werwolf?

Die Sage besagt, dass ein Deserteur der napoleonischen Armee, Thomas Johannes Baptist Schwytzer, dieser Werwolf sein soll. 1812 soll er auf dem Weg nach Frankreich ein Haus in der Morbacher Gegend ausgeraubt und die Bauernfamilie getötet haben. Vor dem Mord der Frau belegte diese ihn mit dem Fluch, als Werwolf bei jedem Vollmond durch die Wälder schweifen zu müssen.

Nachdem der Werwolf in der Gegend rund um Morbach viele Jahre sein Unwesen getrieben hatte, wurde er schließlich erledigt. Der Werwolf soll in Wittlich getötet worden sein und an seinem Sterbeort wurde das Heiligenhäuschen der Maria errichtet, um ihn mit dem Kerzenlicht für immer zu bannen.

Die Amis kennen den Werwolf! Und die Deutschen? Und wen interessiert es?

In den USA ist die Geschichte des Morbach Monsters wohlbekannt. In Morbach selbst jedoch scheinen die Menschen wenig davon zu wissen. Kein Wunder, schließlich wurde die Sage von amerikanischen Soldaten in die Welt gesetzt. Sie sollen den Werwolf ja im Herbst 1988 auch zuletzt gesehen haben.

Die Sage des Morbach-Monsters ist in Amerika wohlbekannt. Ironischerweise kennt sie in Deutschland kaum einer.

Ganz verborgen blieb die Sage in Deutschland und Europa jedoch nicht. Der Kulturanthropologe Matthias Burgard veröffentliche 2008 gar ein Buch darüber: „Das Monster von Morbach”. Außerdem erschien das Morbach Monster als Titelgeschichte in der Fortean Times, einer britischen Zeitschrift über seltsame Phänomene.

Vielleicht geht die Geschichte ja auf die paramilitärischen deutschen „Werwolf“-Truppen zurück, die Ende des 2. Weltkrieges den Feind aus dem Hinterhalt im Wald heraus angreifen sollten? Vielleicht ist sie aus der Psyche der Soldaten heraus erstanden – ein wiederkehrendes Motiv bei Soldaten im Auslandseinsatz, bei dem man überall das Böse und den Feind sieht?

Oder vielleicht gibt es den Werwolf ja tatsächlich noch. Wäre dies ein Folge von X-Faktor, würde Jonathan Frakes uns nun sicherlich die Frage stellen: „Ist diese Geschichte wahr oder frei erfunden?“

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