Medizinhistorisches Museum Hamburg
Foto: Anja Meyer, Foto- und Grafikabteilung UKE

Das Medizinhistorische Museum in Hamburg hat seine Heimat im Fritz Schumacher-Haus als Teil des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Es unterscheidet sich von anderen musealen Einrichtungen in Deutschland, indem es sich als eine Einrichtung versteht, in der nicht nur Exponate der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden sondern wo auch geforscht wird.

Deshalb gibt es dort eine intensive Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin. In diesem außergewöhnlichen Museum beschäftigen sich Wissenschaftler in Arbeitsgruppen mit Projekten und Themen aus der umfassenden Welt der Medizin.

Wer die Geschichte der Medizin an einem der authentischsten Orte der Hansestadt Hamburg erleben möchte, der sollte sich nach Eppendorf begeben. Das Museum eröffnet faszinierende Einblicke in die Funktionalität des Körpers. Außerdem ist der Besuch des Museums gleichbedeutend mit einer Wanderung durch die Entwicklung des Medizin vom ausklingenden 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Das Haus stützt sich auf die umfangreichen Bestände der Universitätsklinik und präsentiert historische Fotos dieses traditionsreichen Hamburger Hospitals.

Medizinhistorisches Museum Hamburg
Foto: Adolf-Friedrich Holstein

Ein besonderer Aspekt des Hauses ist die sogenannte Wittmaack-Sammlung, die der Hamburger Professor Dr. Karl Wittmaack in den Jahren von 1926 bis 1945 aufbaute und die sich mit den Fortschritten der Forschung der Hals-Nasen-Ohren-Medizin beschäftigt. Diese Sammlung umfasst nicht weniger als 102.000 histologische Serienschnitte des menschlichen Innenohres.

Diese Exponate bilden seit Jahrzehnten die Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten. Die zahnarzt-technische Sammlung Stemmann beruht ebenfalls auf eine Privatinitiative und umfasst unter anderem Geräte, die im Jahr 1850 in Zahnarztpraxen zur Anwendung kamen.

Medizinhistorisches Museum Hamburg
Foto: Pressebereich Medizinhitorisches Museum HAmburg – keine Quelle

Dauerausstellungen des Museums haben folgende Schwerpunkt-Themen: Krankenpflege, Pathologie, Zahntechnik, Infektionskrankheiten, Geschichte der Pharmaindustrie und die Entwicklung der Mikroskopie und Röntgentechnik. In eine dunkle Zeit deutscher Geschichte führt der Lern- und Gedenkort „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“.

Erinnert wird dabei an die Opfer der Euthanasie, der Humanexperimente und der Zwangssterilisationen. Im Museum befinden sich darüber hinaus 75 Human Remains aus der historischen Sammlung der früheren Staatskrankenanstalt Friedrichsberg. Im Jahr 1919 wurde dieses Hospital zur Psychiatrischen Universitätsklinik.

Medizinhistorisches Museum Hamburg
Foto: Jochen Koppelmeyer, Foto- und Grafikabteilung UKE

Da vor rund hundert Jahren an der Elbe die ersten Medizinstudenten mit ihrer Ausbildung begannen, hat sich das Museum in einer weiteren Dauerausstellung dieses Themas angenommen. Unter anderem der über einen langen Zeitraum kritisch gesehenen Zulassung von Frauen zum Medizinstudium. Sehr aufschlussreich ist im Museum zudem der restaurierte Sektionssaal des Pathologischen Instituts aus dem Jahr 1926.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Medizinhistorische Museum Hamburg an der Martinistraße 52 (Gebäude N30) ist mittwochs, samstags und sonntags zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet und an den übrigen Tagen geschlossen. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro – Kinder und Jugendliche haben freien Zugang.

Adresse: Wo liegt das Museum?

Das Medizinhistorische Museum Hamburg ist Teil der Universität und kann an folgender Adresse besichtigt werde: Martinistraße 52, 20246 Hamburg

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