Leibniz Rechenmaschine
Bild: Eremeev / CC BY-SA

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) war sowohl Geisteswissenschaftler als auch Mathematiker und Ingenieur. Seine Beweggründe für die Erfindung einer mechanischen Rechenmaschine lagen hauptsächlich darin, dass er es als Zumutung empfand, wenn intelligente und talentierte Männer, wie er, ihre Zeit mit dem umständlichen Rechnen auf Papier verschwenden mussten. Er war der Meinung, dass man diese Aufgaben so auch „den Einfältigsten“ überlassen und trotzdem zu richtigen Ergebnissen kommen könnte. Zu seinen Lebzeiten stieg die Nachfrage nach Hilfsmitteln für die einfachen Rechenarten in zahlreichen Bereichen, wie zum Beispiel bei den vielen Landvermessungen, die damals stattfanden, extrem an.

Leibnitz erfand eine Rechenmaschine, welche die vier Grundrechenarten auf mechanische Art und Weise korrekt lösen konnte. Dieses technische Wunderwerk ähnelte einer einfachen Kiste aus Holz, die mit Zahnrädern und einer Kurbel ausgestattet war. Im Jahr 1673 reiste er nach London und stellte sie dort der Royal Society vor. Später wurde die Maschine von ihm noch weiterentwickelt und verfeinert. Wissenschaftler vermuten, dass Leibnitz insgesamt drei Modelle davon baute, die allerdings die Zeit nicht überdauert haben. Einige Jahre später, nämlich 1690, konstruierte der hochbegabte Tüftler ein viertes Modell der„machina arithmetica“. Dieses wurde per Zufall mehr als 200 Jahre später auf dem Dachboden der Universitätskirche in Göttingen entdeckt.

Das technische Wunderwerk ist wegen seines Alters und der Einzigartigkeit ein echter Kunstschatz. Wenn man sich überlegt, dass die 126 Zahnräder dieser 14 kg schweren „Jüngeren Maschine“ äußerst präzise gefertigt sein mussten und für die Herstellung damals nur einfachste handwerkliche Gerätschaften zur Verfügung standen wird klar, dass es sich um ein absolutes Meisterstück handelt. Für korrekte Ergebnisse dieser dezimalen und binären (ein Zahlenschema, welches nur mit den Ziffern 0 und 1 auskommt) Rechenmaschine war es nötig, dass die Räder auf ein Hundertstel Millimeter genau gefeilt und die einzelnen Zähne exakt auf 0,3 Grad eingestellt waren. Nur so konnten sie richtig ineinandergreifen und die Kalkulationen korrekt ausgeführt werden.

Die originale Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz wird in der nach ihm benannten Bibliothek der Universität Hannover unter Verschluss aufbewahrt und befindet sich im Besitz des Landes Niedersachsen. Zu sehr seltenen Gelegenheiten wird sie hinter Panzerglas ausgestellt. Dieses war beispielsweise im Jahr 2019 anlässlich von Feierlichkeiten im Schloss Herrenhausen der Fall.

Wenn ihr euch für solche antiken Geräte interessiert, ist die Rechenmaschine des Philosophen und technischen Genies Gottfried Wilhelm Leibniz, die heute zu den wertvollsten Kulturschätzen des 17. Jahrhunderts zählt, mit Sicherheit ein Exponat, das euch begeistern wird.

Adresse

Bibliothek der Universität Hannover
Welfengarten 1B, 30167 Hannover

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