Marktkirche Hannover Pentagramm
Bild: yeowatzup / CC BY

Die Marktkirche in Hannover entstand im 14. Jahrhundert und zählt zu den Sehenswürdigkeiten in der Stadt, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das im Zentrum der Altstadt gelegene Gotteshaus weiß als Schauplatz historisch wichtiger Ereignisse wie dem Beginn der Reformation in Hannover oder skurriler Begebenheiten wie dem angeblichen Sturz eines Chorknaben, an den bis heute ein Relief erinnert, zu beeindrucken. Die aus rotem Backstein erbaute Kirche besitzt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, beispielsweise das Kirchenschiff im Innern. Doch auch von draußen gibt es interessantes Fotomaterial zu bestaunen. Von diesem dürfte ein Objekt bei den Besuchern regelmäßig Verwunderung auslösen.

Wer schon einmal vor einer Kirche gestanden und die vielfältigen Ornamente bewundert hat, wird sich möglicherweise erstaunt die Augen reiben, wenn er sich den Ostturm betrachtet. Thront dort oben am Kirchturm etwa das Zeichen des Teufels? Die Ostseite ist tatsächlich mit einem umgedrehten Pentagramm verziert!

Ausdruck des Teufels oder Schutz für Gottes Schafe?

Ein Pentagramm am Haus Gottes? Was viele Menschen heutzutage eher im Umfeld von Satanisten und verschiedenen okkulten Strömungen erwarten würde, ziert hier seit vielen Jahrhunderten das Äußere der Marktkirche. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, sicherlich beeinflusst durch den Konsum verschiedener Horrorfilme und Dokumentationen über das Okkulte, hat das Pentagramm durchaus auch im Christentum seinen Platz und darf nicht gleich als Ausdruck der Teufelsanbetung verstanden werden: Die fünf Spitzen stehen nach der gängigen christlichen Interpretation für die fünf Wunden Christi, die Jesus bei seiner Kreuzigung erlitten haben soll und im Christentum daher besonderen Symbolcharakter besitzen.

Das Pentagramm diente bereits im Mittelalter im Sinne der kirchlichen Lehre dem Zweck, das Böse in Form von Albtraum verursachenden Dämonen wie Druden von den Menschen fernzuhalten (daher auch der Name Drudenfuß). Auch der goldene Schnitt, der zuweilen als göttliche Proportion aufgrund seiner geometrischen Harmonie Einzug in zahlreiche Kunstwerke bis in die heutige Fotografie findet, vereint sich im Pentagramm. Was also auf den ersten Blick seltsam erscheint, ist nach genauerer Betrachtung schlüssig: Das Pentagramm ist schlicht eine Erinnerung an das Leiden Jesu Christi und ein Bannzeichen. Schließlich kann ein bisschen göttlicher Schutz nicht schaden. Wenngleich das Rätsel also aufgelöst werden kann, bleibt dieser Drudenfuß ein ungewöhnliches und sehenswertes Objekt, das einen Besuch der Kirche auf jeden Fall wert macht.

Besichtigungsmöglichkeiten: Eintritt und Öffnungszeiten

Die Marktkirche ist für Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Besucher haben zudem die Möglichkeit, an Samstagen außer im Dezember gegen einen Preis von 3 Euro pro Person eine Führung durch die Kirche in verschiedenen Sprachen zu erhalten.

Adresse

Hanns-Lilje-Platz 2, 30159 Hannover

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