Historischer Kunstbunker Nürnberg

Bunker gab es während des Zweiten Weltkriegs viele. Doch in Nürnberg befindet sich ein besonderes Exemplar, das nicht dazu gedacht war, um Menschen Schutz zu bieten. Hier wurden im Zweiten Weltkrieg nürnbergische Kunstschätze von großem Wert aufbewahrt. Der „Historische Kunstbunker“ versteckt sich hinter einem großen, roten Tor im Berg unter der namensgebenden Burg der Stadt.

Ein Bunker zum Schutz der Kunstschätze Nürnbergs

Er galt als sicher bei Bombenattacken und wurde darum zur Aufbewahrung der wichtigsten Kunstschätze Nürnbergs auserkoren. Kunstwerke von Albrecht Dürer, Altäre und Fenster aus den Kirchen der Nürnberger Altstadt und Skulpturen des Marienaltars aus Krakau versammelten sich hier im Krieg. Ebenso wurden Handschriften aus diversen Sammlungen hier aufbewahrt, die von großem Wert waren.

Historischer Kunstbunker Nürnberg

Dazu gehörte auch die „Manessische Handschrift“, eine der ausgedehntesten Sammlungen mit Minnedichtung aus Mittelhochdeutschland, die die Universität in Heidelberg verwahrte. Von der Frauenkirche kam zudem das „Männleinlaufen“ hinzu und auch Veit Stoß‘ „Engelskuss“.

Auch zeigte sich an dieser Stelle der Einfluss des Nationalsozialismus, denn neben all den berühmten Kunstwerken und Schriften wurden auch Pläne von Albert Speer hier eingelagert, die zum Umbau von Städten in Deutschland gedacht waren.

Unter der Burg verborgen

Der unterirdische Bunker ist im Original erhalten. Er hat Anschluss an das großflächige Gangsystem in den Felsen unter der Nürnberger Burg. Diese Anlage wurde schon im 14 Jahrhundert genutzt, um Bier herzustellen und zu lagern. Den ersten Nachweis über die Keller im Berg unter der Burg gab es im Jahr 1380.

Historischer Kunstbunker Nürnberg

Am 26. August des Jahres 1939 begann der Ausbau, aus denen der Kunstbunker entstand. In nur einem halben Jahr konnte der Ausbau erfolgreich abgeschlossen werden. Ab 1940 wurden hier dann die wertvollen Kunstgegenstände eingelagert. Offiziell anerkannt wurde der Bunker dann 1941, was auch die Einlagerung weitere Kunstwerke zur Folge hatte. Die Bunkergänge reichen bis in eine Tiefe von 24 Metern hinab.

Kein leichtes Unterfangen

Die Bedingungen damals waren alles andere als einfach. Dennoch schufen einige Menschen hier auf 900 m² einen passenden Raum für die Lagerung der wertvollen Kunst, der die nötigen baulichen Voraussetzungen und das optimale Klima dafür bietet. Kunst und Felsenkeller passen ja ansonsten eher nicht zusammen, da die Feuchtigkeit der Feind der Kunstwerke ist.

Historischer Kunstbunker Nürnberg
Historischer Kunstbunker Nürnberg

Doch das System, dass dort genutzt wird, ist ausgesprochen ausgeklügelt. Belüftung, Entwässerung und Heizung wurden so installiert, dass den Kunstwerken nichts geschehen konnte, während oben Bomben fielen. Dazu mussten die Räume isoliert und klimatisiert werden.

Die Gewölbe wurden mit Klinker bestückt, bevor der Raum rundum mit einem Teeranstrich versehen wurde, der sie wasserdicht machte. Glaswolle diente der Isolierung, bevor die Kellergewölbe Holzfußboden und verkleidete Wände bekamen. Tresortüren schützten die Kunstwerke vor neugierigen. Nicht einmal die Wachmannschaft der Polizei, die im Vorraum lagerte, durfte hinein.

Besichtigung: Führungen durch den Historischen Kunstbunker

Heute ist der Historische Kunstbunker für Besucher zugänglich. Dafür müsst Ihr allerdings an einer Führung teilnehmen. Sie finden täglich um 14:30 Uhr statt, dazu freitags bis sonntags zusätzlich um 17:30 Uhr. Am Samstag und Sonntag kannst Du bereits um 11:30 Uhr zur Führung kommen. Sie widmet sich dem Luftschutz der Kunst, sowie der Zerstörung der Stadt und deren Wiederaufbau.

Erwachsene zahlen 8 Euro, ermäßigte Karten gibt es für 7 Euro. Kinder vor Erreichen des siebten Lebensjahres sind frei.

Adresse: Wo liegt der Historische Kunstbunker?

Der Bunker liegt mitten in der Nürnberger Innenstadt. Die Adresse: Obere Schmiedgasse 52, 90403 Nürnberg.

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