Fallturm Bremen
Bild: Dirk Duckhorn / CC BY-SA

Der zur Universität Bremen gehörende Fallturm von Bremen ist ein außergewöhnliches Bauwerk, welches in dieser Form in Europa einzigartig ist. Denn dieser 146 Meter hohe Turm, der 1990 errichtet wurde, ist ein Fallturm, der den Wissenschaftlern, die ihn betreiben, wertvolle Einblicke in verschiedene wissenschaftliche Bereiche, wie zum Beispiel die Strömungsmechanik und die Materialforschung ermöglicht. Um die windbedingten Schwankungen auszugleichen, befindet sich im Inneren des Turms ein zylindrischer Stahlbetonschacht, in dem dann die verschiedenen Fallexperimente durchgeführt werden. Durch leistungsstarke Pumpen kann im Inneren des Fallturms ein Vakuum erzeugt werden, um für die Experimente, die dort vorgenommen werden, ideale Rahmenbedingungen zu schaffen. Nach einem Fallexperiment muss der Fallturm mit vorgetrockneter Luft geflutet werden, bevor das jeweilige Experiment untersucht werden kann. Dieser Vorgang dauert bis zu 20 Minuten und verdeutlicht die Komplexität der im Fallturm zu Bremen durchgeführten Experimente.

Forschung im Dienst der Raumfahrt – der Fallturm in Bremen ist eine einzigartige Forschungsstätte

Das Besondere am Fallturm in Bremen ist vor allem die Tatsache, dass in ihm für eine kurze Zeit Schwerelosigkeit simuliert werden kann, wodurch viele wichtige Experimente vergleichsweise einfach und günstig durchgeführt werden können. Als einer der wichtigsten Bestandteile der Anlage gilt die sogenannte Fallkapsel, die durch ein Katapult bis zur Spitze des Fallturms befördert wird und in der sowohl während der Aufstiegsphase als auch dem später erfolgenden Fall Schwerelosigkeit herrscht.

Durch die Nutzung des Katapults, der sich in einem 10 Meter tiefen Schacht unter der Fallröhre befindet, kann die Dauer der Schwerelosigkeit sozusagen verlängert werden. Dies liegt daran, dass die Zeit des Fallens aus 110 Metern Höhe genauso so wie der Aufstieg auf diese Höhe 4,74 Sekunden beträgt, wodurch insgesamt über 9 Sekunden Schwerelosigkeit erzeugt werden können, bevor die Kapsel in einen 8 Meter tiefen Behälter mit stecknadelgroßen Styroporkugeln stürzt.

Der Fallturm in Bremen beeindruckt durch seine Vielseitigkeit

Die faszinierende Anlage des Fallturms wird von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt aufgrund der vielen Möglichkeiten, die sie bietet, sehr geschätzt. Vor allem der 2004 erfolgte Einbau des Katapults und die damit verbundene Verdoppelung der Zeit in welcher Schwerelosigkeit herrscht, haben dem Fallturm in Bremen einen großen Vorsprung vor den meisten anderen Einrichtungen seiner Art verschafft.

Besichtigung

Unregelmäßig stattfindende Führungen durch den Turm ermöglichen es interessierten Besuchern einen Einblick in eine faszinierende Welt zu erhalten. Ein Kuriosum der Anlage, befindet sich im heutigen Katapultraum, der vor dem Einbau des Katapults von dem Künstler A. R. Penck gestaltet wurde und dessen Gemälde bei den Einbauten bewusst geschont wurde. In der Spitze des Fallturms in Bremen befindet sich neben einem Konferenzraum, der in erster Linie intern genutzt wird, auch eine faszinierende Panorama-Lounge, die sehr beliebt bei Hochzeitspaaren ist, um dort die Trauung zu vollziehen.

Adresse

Am Fallturm 2, 28359 Bremen

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