Hagendenkmal Worms
Bild: EPei at the German language Wikipedia / CC BY-SA

Bei einem Spaziergang durch die altehrwürdige Stadt Worms ist es nur allzu verständlich, in Geschichte zu schwelgen, ist sie doch selbst ein Teil der alten, deutschen Sagen. Ein Ort außergewöhnlicher Ort in Worms, der dazu ganz besonders auffordert, befindet sich direkt an der Rheinpromenade: hier steht eine im Jahr 1905 entworfene Bronzestatue – das Hagendenkmal. Zu sehen ist ein in einem Boot stehender, ritterlich gekleideter Mann, welcher gerade dabei ist, einen mit Schätzen überladenen Schild in die Fluten zu werfen. Bei dem Mann handelt es sich um Hangen von Tronje – einem Helden aus einer alten, Mittelhochdeutschen Sage: dem Nibelungenlied.

Die Skulptur und seine Geschichte

Die Szene beschreibt, wie Hagen gerade dabei ist, den Schatz der Nibelungen für immer in den Fluten des Rheins zu versenken, um Königin Kriemhild davon abzuhalten, sich Verbündete zu sichern. Denn nach dem Tod ihres Mannes Siegfrieds verteilt diese den Schatz wahllos. Hagen befürchtet, dass Kriemhild eine Armee sammeln möchte, um den Mord an Siegfried zu rächen.

Der Verlust des Schatzes hält Kriemhild aber nicht von ihrem Vorhaben, Rache zu üben ab – am Ende des Nibelungenliedes tötet Kriemhild Hagen und ihre Brüder, rächt den Tod ihres Mannes, sorgt aber auch dafür, dass diese das Geheimnis des Nibelungenhortes für immer mit in ihr Grab nehmen.

Hagendenkmal Worms
Bild: Louis Glaser, Leipzig / Public domain

Der sagenumworbene Nibelungenschatz, welcher bis heute die Phantasien von Schatzsuchern beflügelt, gilt als für immer verloren, soll sich aber in der Nähe von Worms befinden.

Der rund drei Meter große und mit Kupfer überzogene Recke wurde vom Wormser Bildhauer Johann Hirt geschaffen und von Cornelius, Wilhelm Freiherr von Heyl gestiftet. Die Statue sollte eigentlich einen im Stadtpark Bürgerweide geplanten Rosengarten zieren, landete schlussendlich aber im Jahr 1932 am Rheinufer, aufgesetzt auf dem Fundament des alten Rheinkrans, sodass sie auch für Bootsfahrer vom Rhein aus zu sehen war.

Eine Besonderheit ist, dass ein kleines Modell, welches zur Beurteilung und Finanzierung vorab geschaffen wurde, heute ebenso noch existiert: Der 30-40 cm hohe Metallguss wurde am 14.06.1914 für die erste Wormser-Ruder-Regatta gestiftet und ging als Ehrenpreis an den „Mannheimer Ruderverein Amicitia von 1876“, in deren Festsaal er bis heute bewundert werden kann.

Adresse

Kastanienallee, 67547 Worms

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