Museum der Dinge
Foto: Armin Hermann

Was kann man von einem Museum, das sich Museum der Dinge nennt, erwarten? Nunja – Dinge. Das Museum zeigt tatsächlich eine Ausstellung an Dingen, im Zentrum stehen Dinge des Alltags aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Kern ist das Archiv des Deutschen Werkbunds, das 1971 gegründet wurde, daher heißt das Museum auch im vollen Namen Werkbundarchiv – Museum der Dinge.

Wer das Museum besucht, dem wird ein Spaziergang durch die Geschichte der Produktkultur geboten. Das Werkbundarchiv möchte einerseits wissenschaftlich dokumentieren, wie die Dinge sich im Laufe der Zeit, speziell des 20. und 21. Jahrhunderts, verändert haben, andererseits setzt es sich auch für die materielle Bewahrung ein. Seit den 70ern also werden Gegenstände gesammelt, die den durch Konsum geprägten Alltag prägen oder geprägt haben.

Das Museum ist passenderweise in einem alten Fabrikgebäude untergebracht. Auf 500 Quadratmetern können von Nivea-Dose über Telefone und Brillen bis hin zu einer Frankfurter Küche alle vorstellbaren Dinge begutachtet werden. Insgesamt besteht die Sammlung aus über 20.000 Objekten, alles zwischen hochwertigen Designerstücken bis hin zu No Name Produktionen ist hier vertreten. Die Ausstellung ist als offenes Depot in hölzernen Vitrinen präsentiert. Es ist ein Gang durch das 20. und 21. Jahrhundert, das von Konsum geprägt ist – anschaulich gezeigt anhand von Dingen.

Museum der Dinge
Foto: Armin Hermann
Museum der Dinge
Foto: Armin Hermann

Der Deutsche Werkbund ist 1907 aus dem Wunsch nach ehrlichen Alltagsgegenständen entstanden. Zu den Gründern und Gründerinnen zählten Industrielle, Kulturpolitiker, Künstler und Künstlerinnen. Ihnen waren die Dinge des Alltags fremd geworden, sie wünschten sich funktionelle, nachhaltige und praktische Dinge zurück. Der Bund verfolgte utopische Kulturtendenzen und strebte eigentlich eine Reform der Lebensverhältnisse an. Ihre Hauptaufgabe sahen die Mitglieder des Bundes in der ästhetischen Bildung, nebenbei entwarfen und produzierten sie aber auch Dinge, die ihren Ansprächen entsprachen.

Der Verein, der das Museum trägt, möchte einerseits die Geschichte des Werkbundes bewahren, andererseits aber auch eine moderne Interpretation der Sammlung ermöglichen. Die Sammlung ist daher in verschiedenen Konstellationen präsentiert, um den Besuchern und Besucherinnen die Möglichkeit zu geben, die Objekte in verschiedenen Kontexten, etwa dem technischen oder dem kulturhistorischen Zusammenhang, zu sehen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist Donnerstag bis Sonntag von 12-19 Uhr geöffnet, dienstags und mittwochs ist es geschlossen. Der reguläre Eintritt beträgt 6 Euro, der ermäßigte 4 Euro. Für Klassen und andere Gruppen bietet das Museum Workshops und spezielle Führungen an.

Adresse

Oranienstraße 25, 10999 Berlin

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