Petersglocke Dicker Pitter Köln
Bild: Frank Vincentz / CC BY-SA

Eine Sehenswürdigkeit, von der jeder Kölner im wahrsten Sinne des Wortes schon einmal gehört hat, ist die Peterglocke im Kölner Dom. Auch wenn nur wenige diese riesige Glocke schon einmal aus der Nähe gesehen haben, hat Sie in den Herzen der Menschen in Köln einen festen Platz. Die liebevoll als „Dicker Pitter“ bezeichnete Glocke war bis 2016 die größte freischwingende Glocke der Welt und ist aufgrund Ihrer Dimensionen sehr beeindruckend. Geläutet wird die Petersglocke nur zu besonderen Anlässen und hohen kirchlichen Feiertagen. So ist sie zum Beispiel regelmäßig an Weihnachten, Ostern und Pfingsten zu hören. Die genauen Uhrzeiten und Abläufe jeder Nutzung der Petersglocke sind exakt festgelegt, wodurch man weiß, wann man in den Genuss kommt, den herausragenden Klang der Peterglocke zu hören.

Größe und Gewicht: Zahlen & Fakten zur Petersglocke

Fangen wir mit den Fakten an:

  • Das Gewicht der Petersglocke beträgt 24 Tonnen. Allein der Klöppel wiegt knapp 600 kg.
  • Die Höhe der Glocke beträgt 3,20 Meter.
  • Die Breite der Glocke ist 3,22 Meter.

Die Petersglocke – eine Glocke voller Herausforderungen

Schon kurz nach dem 1. Weltkrieg, in dem die Vorgängerglocke der Petersglocke eingeschmolzen wurde, gab es Bestrebungen eine neue Glocke in Auftrag zu geben. Da die Anforderungen an diese neue Glocke hoch waren, was einerseits die Abmessungen betraf und andererseits mit dem gewünschten Klang zu tun hatte, gab nur der Glockengießermeister Heinrich Ulrich aus Apolda ein Angebot ab. Dies lag daran, dass er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen eine Lösung für das Problem hatte, dass die Glocke als Schlagton ein reines „C“ haben sollte. Denn er kannte aus seiner Tätigkeit als erfahrener Glockenbauer die aus dem Mittelalter stammende Glocke Gloriosa in Erfurt, die wie für die Petersglocke gefordert, eine große Terz, anstatt wie üblich eine kleine Terz hervorbringt, wenn Sie angeschlagen wird.

Die Entstehung der Petersglocke – ein Kraftakt für alle Beteiligten

Durch eine Vermessung der Erfurter Glocke und eine Umrechnung auf die für Petersglocke geforderten Maße gelang es Heinrich Ulrich wirklich den gewünschten Klang zu erreichen. Aufgrund einer politisch instabilen Lage rund um Köln konnte die Petersglocke nach Ihrer Fertigstellung nicht sofort ausgeliefert werden und wurde deswegen noch über ein Jahr in Apolda gelagert, wo sie von vielen Schaulustigen besucht wurde. Ende des Jahres 1924 konnte die Glocke schließlich per Eisenbahn nach Köln transportiert, wo Sie Ende November vor über 20.000 Zuschauern feierlich geweiht wurde.

Petersglocke Dicker Pitter Köln
Bild: © Raimond Spekking

Der aufwendigste Teil der Installation sollte aber noch folgen. Da die Petersglocke aufgrund ihrer Abmessungen nicht durch die Türen des Kölner Doms passte musste durch Umbauten erst ein Weg geschaffen werden, um die Glocke in das Innere des Doms zu schaffen. Als dies vollbracht war, musste die Petersglocke nur noch zu ihrem Platz in einer Höhe von 53 Metern gebracht werden, wofür man noch einmal mehrere Wochen brauchte.

Ein technisches Wunderwerk mit vielen Herausforderungen.

Der erste Einsatz der Petersglocke, welcher für den 24. Dezember 1924 geplant war konnte aufgrund technischer Probleme nicht wie gewünscht stattfinden. Da bei diesem Versuch das Seil der Läutemaschine gerissen war, dauerte es noch fast ein Jahr, bis die Kölner das erste Mal dem sanften Klang der Petersglocke lauschen konnten. In der Folge gab es durch die Größe der Konstruktion immer wieder Probleme, wie zuletzt 2011, als der Klöppel der Glocke brach.

Adresse

Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln

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