Gärtner- und Häckermuseum
Bild: Photo: Andreas Praefcke / CC BY

In Bamberg gibt es ein Museum, das Gärtnern und Häckern der Stadt gewidmet ist. Anders als die aktuelle Jugendsprache vermuten lässt, ist „Häcker“ im fränkischen Dialekt um Bamberg eine alternative Bezeichnung für Winzer. Doch was gibt es im Gärtner- und Häckermuseum in Bamberg zu sehen?

Warum ein Museum für Gärtner und Winzer?

Das günstige, milde Klima der Region sorgte dafür, dass schon ab dem Spätmittelalter hier entlang der Regnitz viele Pflanzenarten angebaut werden konnten, die sonst in diesen Breiten nicht gedeihen konnten, wie beispielsweise Süßholz (was unter anderem zur Zubereitung von Lakritze verwendet wird) und eben auch Wein.

Als im 19. Jahrhundert eine kleine Eiszeit für eine Abkühlung des Klimas sorgte, konnte zwar kein Wein mehr angebaut werden, aber Zwiebeln, Kümmel, Lauch, verschiedene Arten Rüben, Kohlrabi, Salat und Spinat konnten sich weiter behaupten und Bambergs Gärtner und ihr Saatgut waren weit über die Region hinaus bekannt. Oftmals lebten die Gärtnern aus dieser Gegend in einstöckigen Häusern mit einem schmalen Hausgarten. Als Bamberg 1993 zum „Welterbe“ ernannt wurde, wurde dies unter anderem auch mit der einmaligen Kultur der Gartenflächen in der Innenstadt begründet.

Das Museum

Ziel des Gärtner- und Häckermuseums ist es die Wohn- und Arbeitssituation der Gärtner und Winzer der Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu zeigen. Das Haus in der Mittelstraße 34, in dem sich das Museum befindet, ist ein Haus, dass um 1900 von einer wohlhabenden Gärtnerfamilie bewohnt worden war.

Das Gebäude selbst ist aber schon deutlich älter. In diesem Freilichtmuseum bekommen Besucher anhand von Gerätschaften und Utensilien und Videos die Arbeitsweisen der Gärtner und Winzer nähergebracht. Außerdem wird auf den Handel mit Gemüse, Saatgut und Süßholz eingegangen, der sich schon vor hunderten von Jahren über ganz Europa erstreckte. Auch die Bamberger Gärtnerzunft und religiöse Bräuche werden erläutert.

Da man damals noch keine verlässlichen Wettervorhersagen hatte, waren religiöse Bräuche oftmals ein sehr wichtiger Teil im Leben eines Bauern, der um Ernte und Einnahmen bangen musste. Im Hausgarten des Museums wachsen die Pflanzen, die dem Bamberger Gärtnern und Winzern solche Berühmtheit und relativen Reichtum einbrachten. Unter anderem ist im Museumsgarten auch die Zwiebel vertreten, die in der Region so gut gedeiht, dass die Bewohner Bambergs bis heute unter dem Spitznamen „Zwiebeltreter“ bekannt sind.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Gärtner- und Häckermuseum ist von April bis November geöffnet und während dieser Zeit immer dienstags bis sonntags von 11:00 bis 17:00 geöffnet. Der Eintritt kostet 4€ (ermäßigt 3,50€, für Schüler und Kinder unter 6 sogar nur 1€). Im Eintritt ist ein Audio Guide mit inbegriffen.

Dieses Bamberger Museum widmet sich zwar nicht den gehobenen Künsten, ist aber mindestens genauso interessant wie eine Galerie. Vor allem ein Besuch des Museums mit Kindern bietet sich an, da Kinder leicht Bezug zur Ausstellung finden.

Adresse: Wo liegt das Museum?

Mittelstraße 34, 96052 Bamberg

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