East Side Gallery Berlin
Bild: Peter Dargatz / CC BY

Die East Side Gallery ist ein ganz besonderes Kunstwerk. Als bemalter Überrest der ehemaligen Berliner Mauer, die die Stadt in Ostberlin und Westberlin teilte, ist sie die längste Open-Air-Galerie der Welt. Auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern können die Besucher über einhundert originale Mauermalereien bestaunen. Daran wirkten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedensten Ländern mit. Heute gilt die East Side Gallery neben dem Holocaust-Denkmal und dem Checkpoint Charlie als eine der größten Touristenattraktionen in Berlin.

Symbol der Freude aber auch Erinnerung an vergangene Zeiten

Während eines Besuches der East Side Gallery spiegelt diese einerseits die Vergangenheit und Teilung Berlins wider, da sie als historisches Zeugnis des unmenschlichen DDR-Grenzregimes gilt. Andererseits symbolisiert sie auch die Freude über die Wiedervereinigung und den Mauerfall. Durch die kunstvolle Bemalung trugen die Gestalter dazu bei, die Mauer vor dem Zerfall oder gar der Gefahr eines Abrisses zu bewahren. Seit 1991 steht die East Side Gallery zudem unter Denkmalschutz und wurde in die Denkmalliste des Landes Berlin eingetragen.

Entstehung der Gallery

Nach dem Fall der Berliner Mauer kam eine Vielzahl an Künstlern nach Berlin. Mit ihren Kunstwerken, die sie auf dem Mauerwerk verewigten, wollten sie ihre Gefühle der Freude über die Wiedervereinigung und die dadurch neu entstandene Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben kreativ sichtbar machen. Die Westberliner-Seite der Mauer zierten bereits vor dem Mauerfall einige Malereien, doch nun wurde auch die traurig graue Mauerseite des ehemaligen Ostberlins farbenfroh umgestaltet. Die Bilder sollten Freiheit und Versöhnung widerspiegeln. Denn unabhängig von der jeweiligen Gestaltung war die Botschaft der Künstlerinnen und Künstler eindeutig: Der Wunsch nach Freiheit ist letztlich stärker als gewaltsam durchgesetzte Zwangsmaßnahmen.

Berühmte Motive

Einige der Malereien sind heute zu berühmten Postkartenmotiven geworden. Dazu zählt zum Beispiel „Der Bruderkuss“ von Dimitrji Vrubel. Besonders die abwechslungsreiche Bemalung der Mauer in den unterschiedlichsten Kunststilen zeigt deutlich die elektrisierte und freigeistige Atmosphäre Berlins, die sich auch heute noch bei einem Besuch dort spüren lässt. Sowohl surreale Bilder als auch Graffitis oder politische Statements sind auf der Mauer verewigt.

Lage und Wissenswertes für Besucher und Touristen

In der Mühlenstraße, zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke gelegen, befindet sich die East Side Gallery im Zentrum Berlins. Sie ist täglich und rund um die Uhr geöffnet, für den Eintritt fallen keine Kosten an.

Es besteht die Möglichkeit, an öffentlichen Führungen entlang der Berliner Mauer teilzunehmen; diese werden von der Stiftung Berliner Mauer organisiert. Für die East Side Gallery gibt es speziell eine Sonderführung „Kunst an der East Side Gallery“. Die Führungen finden jeden Samstag statt und werden in deutscher bzw. englischer Sprache angeboten.

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