Hochspannungsleitung Lübeck
Bild: Schmidti / CC BY-SA

In der 17.000-Seelen-Gemeinde Stockelsdorf soll demnächst eines der wichtigsten Bauprojekte Deutschlands verwirklicht werden. Hier, unmittelbar im Norden von Lübeck, wird ein riesiges, 15 Hektar messendes Umspannwerk gebaut. Das entpricht der Fläche von etwa 20 Fußballfeldern. Ein solches Umspannwerk existiert in Stockelsdorf bereits, nun soll ein zweites her.

Hintergrund ist die Energiewende in Deutschland, also der Umstieg bei der Energiegewinnung von fossilen Ressourcen auf erneuerbare beziehungsweise ökologische Energiequellen. Der Strom wird zumeist in norddeutschen Windparks an Land oder vor der Küste produziert, aber vor allem im Westen und Süden des Landes benötigt. Den Strom aus Norddeutschland dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird, ist eine Herausforderung.

Auch die erforderlichen Kabel zur Realisierung des Projekts müssen erst noch verlegt werden, auch das wird eine Großaufgabe. Hierzu wird eine neue 380-Kilovolt-Überlandleitung von Siems nach Stockelsdorf gebaut.Diese soll Strom, der in einem Offshore-Windpark in der Ostsee erzeugt wird, vom – noch auszubauenden – Umspannwerk in Siems nach Stockelsdorf bringen. Eine zweite, neue 380-Kilovolt-Trasse wird von einem gleichfalls neuen Umspannwerk in Göhl bei Oldenburg ebenfalls nach Stockelsdorf führen. Hier wird der Strom aus beiden Leitungen kombiniert und dann mit einer dritten neuen Hochspannungstrasse nach Segeberg geleitet, um von dort aus Richtung Süden transportiert zu werden, wo er gebraucht wird.

Lübeck wird also bis 2021 zu einem der zentralen Knotenpunkte in der deutschen Stromversorgung ausgebaut. Ein Großprojekt von historischen Dimensionen.

Wo genau die neuen Hochspannungstrassen durch Lübeck verlaufen werden, ist bis jetzt noch nicht klar. Sicher ist nur, dass sie nicht über Wohnhäuser hinwegführen werden. Dies gilt als umstritten, denn es gibt Studien, die auf einen Zusammenhang von Starkstromleitungen beziehenungsweise von deren Magnetfeldern und dem Auftreten von Leukämie bei Kindern hindeuten. Dies gilt es also natürlich zu vermeiden.

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