Astronomische Uhr Lübeck
Bild: Torsten Bolten / CC BY-SA

Die Geschichte der Astronomischen Uhr in Lübeck geht bis ins Jahr 1405 zurück, als die erste Version dieses technischen Kunstwerkes entstand. Ihr Nachfolger in der Marienkirche wurde in den Jahren 1561 bis 1566 von dem Uhrmacher Matthias von Ost gefertigt und sollte dem Volk neben der Uhrzeit viele weitere Daten liefern. Kalender, Planetenumlauf, Wochentage, Sonnen- und Mondfinsternisse sowie die Ostersonntage konnten an dem Meisterwerk abgelesen werden, das 1860 nochmals verbessert wurde. Es befand sich hinter dem Hochaltar im Chorumgang. Bei einem Luftangriff 1942 wurde sie bis auf ein einziges Ziffernblatt vollständig zerstört. Dieses wurde später im St.-Annen-Museum ausgestellt.

Astronomische Uhr Lübeck

Die neue Astronomische Uhr

Die neue Version dieses mittelalterlichen Kleinodes wurde von dem lokalen Uhrmachermeister Paul Behrens geschaffen. Dieser plante das Werk 1960 bis 1967 und sammelte auch die nötigen Spenden für die Uhr. Er übergab die dritte Version der Astronomischen Uhr 1967 der Kirche und wurde dafür mit der Ehrenplakette der Stadt Lübeck geehrt.

Die Fassade ist heute eine vereinfachte Form des Originals, doch die komplizierte Glockenspiel-Mechanik konnte er rekonstruieren. Dieses erklingt täglich um 12 Uhr und wird von einem Lauf von Figuren um den segnenden Christus begleitet. Im Gegensatz zum Original, wo diesen Lauf Kurfürsten absolvierten, handelt es sich heute um acht Vertreter der Völker der Erde. Die bewegte Kalenderscheibe zeigen heute wieder Tag und Monat, Sonnen- und Mondstand, 13 astronomische Tierkreiszeichen sowie Osterfeiertage und die Goldene Zahl an.

Bis zu seinem Lebensende sorgte Paul Behrens persönlich für die Wartung des Schmuckstücks mit dem 1,30 Meter langen Stundenzeiger, das heute nicht hinter dem Hochaltar steht, sondern in der Totentanzkapelle an der Ostseite des nördlichen Querschiffes. Vor allem abends ist der Anblick imposant, wenn die türkisfarbene Scheibe leuchtet. Im Jahr 2013 wurde die Astronomische Uhr umfassend restauriert, da sich einige Ungenauigkeiten eingeschlichen hatten.

Adresse

Marienkirche, Marienkirchhof 1, 23552 Lübeck

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