Berlin Story Bunker
© Berlin Story Bunker

Der Anhalter Bunker befindet sich in der Nähe des gleichnamigen Bahnhofs in Berlin und beherbergt heute auf einer Fläche von etwa 6500 m² eine Dokumentation der 800jährigen Geschichte der deutschen Hauptstadt mit dem Namen „Berlin Story Bunker“. Schwerpunkt der Ausstellung mit den großformatigen und teilweise interaktiven Exponaten ist die Machtergreifung Hitlers und das 3. Reich. Die Frage „Wie konnte es so weit kommen?“ steht im Zentrum dieser Abteilung des Museums.

Geschichte des Bunkers

Berlin Story Bunker
© Berlin Story Bunker

Der Anhalter Bunker wurde 1942 erbaut, um den Reisenden und Mitarbeitern des nahegelegenen Fernbahnhofs bei Fliegeralarm Schutz zu bieten. Konzipiert war der Bunker eigentlich für rund 3500 Menschen, in den letzten Kriegswochen harrten in seinem Inneren auf fünf Etagen aber bis zu 12000 Personen, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, aus. In der Nacht zum 1. Mai 1945 ließ die SS nach einer kurzen Warnung an den Dienst habenden Arzt den Bunker, ebenso wie einen großen Teil der unterirdischen Tunnel, fluten. In nur wenigen Minuten mussten die Menschen, die sich dort aufhielten, den Bunker verlassen. Viele liefen auf der Suche nach einem anderen Versteck in die S-Bahn Schächte, die von den Nazis durch Explosionen teilweise zum Einsturz gebracht wurden. Die genaue Zahl der zu Tode gekommenen Flüchtenden konnte nie ermittelt werden.

Die Ausstellung: Was kann man im Berlin Story Bunker sehen?

Das heutige Ausstellungsgelände erstreckt sich über drei Stockwerke. Die hier gezeigte Dokumentation über Hitler und das Dritte Reich zählt weltweit zu den führenden Projekten zu diesem Thema. Eines der bedeutendsten Exponate der Abteilung „Dokumentation Führerbunker“ ist ein Modell von Hitlers Arbeitszimmer aus dem Führerbunker, welches hier in Originalgröße nachgebaut wurde. Während sich im Anhalter Bunker meistens fünf Menschen einen Quadratmeter teilen mussten, leistete sich der Führer einen Raum, der mit Sofa, Sesseln und einem Schreibtisch behaglich eingerichtet und sogar mit einem Ölgemälde, welches Friedrich den Großen zeigte, dekoriert war.

Berlin Story Bunker
© Berlin Story Bunker
Berlin Story Bunker
© Berlin Story Bunker

Um zu vermeiden, dass Neonazis diesen Ort für eine Art „Heldenverehrung“ nutzen oder als „Kultstätte“ missbrauchen, müssen Besucher des Berlin Story Bunkers auf jeden Fall an einer 90-minütigen Führung teilnehmen und sich so mit den historischen Fakten und den teilweise schockierenden Bildern auseinandersetzen. Wer möchte, kann sich einen Audioguide mit einer Laufzeit von einer Stunde ausleihen.

Berlin Story Bunker
© Berlin Story Bunker

Wenn ihr eine Reise nach Berlin unternehmt und euch für die Geschichte der Stadt interessiert, solltet ihr euch die Gelegenheit zu einer Tour durch diese etwas gruselige Hinterlassenschaft des Krieges nicht entgehen lassen. Um sich angemessen mit den vielfältigen Objekten beschäftigen zu können, sollten mindestens zwei Stunden Zeit eingeplant werden. Da die Temperatur im Bunker ganzjährig zwischen 15 und 18° C liegt, solltet ihr auch im Sommer auf jeden Fall an einen Pulli oder eine Jacke denken. Die Besichtigung des historischen Gebäudes und der Dokumentation ist für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahren empfehlenswert.

Eintritt und Öffnungszeiten

Der Berlin Story Bunker hat täglich zwischen 10.00 und 19.00 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen einen Eintrittspreis von 12 Euro, bestimmte Personengruppen erhalten eine Ermäßigung auf 9 Euro. Gegen eine Gebühr von 1,50 Euro kann ein Audio Guide ausgeliehen werden.

Adresse

Schöneberger Str. 23A, 10963 Berlin

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