Schlosslabor Tübingen
Bild: Museopedia / CC BY-SA

Die Dauerausstellung Schlosslabor Tübingen – Die Wiege der Biochemie in der altehrwürdigen Universitätsstadt spannt einen zeitlichen Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart. Hier finden Interessierte einen weltweit herausragenden Ort von wissenschaftshistorischer Bedeutung.

Die Geschichte des Schlosslabors: eine bahnbrechende Erfindung

Im Jahr 1818 richtete die Universität Tübingen in der ehemaligen Küche von Schloss Hohentübingen ein chemisches Labor ein, das als eine der ersten Forschungsstätten der Welt im Fachbereich Biochemie gilt. Große Wissenschaftler ihrer Zeit wie Julius Eugen Schlossberger, Felix Hoppe Seyler, der Entdecker des Hämoglobins, Gustav Hüfner und andere Pioniere der Stoffwechselforschung arbeiteten in diesem Raum mit dem schönen Renaissance-Gewölbe.

Friedrich Miescher, ein Schüler Seylers, gelang in diesen Räumlichkeiten im Jahr 1869 schließlich eine bahnbrechende Entdeckung: was heute als DNA und RNA bekannt ist, die Träger der Erbinformation, wurden von ihm entdeckt und Nuklein benannt.

Das Museum im einstigen Schlosslabor entsteht

Vor einigen Jahren entstand der Wunsch, diesen historisch und wissenschaftsgeschichtlich bedeutenden Ort für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen., nachdem es viele Jahrzehnte nur als Technik- und Lagerraum genutzt worden war.

Das ortsansässige Biopharma-Unternehmen CureVac sponsorte die museale Einrichtung, die sie aus Geldern eines europäischen Forschungspreises finanzierte. Das Schlosslabor wurde hergerichtet und im November 2015 als ein Teil des ebenfalls im Schloss Hohentübingen ansässigen Museum der Universität MUT eröffnet.

Die Ausstellung „Schlosslabor Tübingen – Die Wiege der Biochemie„

Das zentrales Exponat der Ausstellung bildet das originale, bis dato nicht zugängliche Reagenzglas Friedrich Mieschers mit Nukleinsäure. Seine an diesem Ort gemachte Entdeckung dient heute in Tübingen als Grundlage für zukunftsweisende Forschungen an neuartigen Impfstoffen und Immuntherapien gegen Krebs.

Neben dem Reagenzglas geben weitere historische Geräte und Präparate einen Einblick in die spannende Laborarbeit im 19. Jahrhundert. Einen Eindruck von der modernen biochemischen Forschung erhalten Besucher mittels interaktiver Medien – so wird Gästen eine kleine Reise durch die Zeit dieses Faches, von den frühen Anfängen bis in die Gegenwart, ermöglicht. Erläuterungen finden sich in der Ausstellung in deutscher und englischer Sprache.

Eintrittspreise & Öffnungszeiten

Das Schlosslabor kann während den Öffnungszeiten des MUT von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Donnerstags ist bis 19 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 5 Euro Eintritt, ermäßigt kostet ein Ticket 3 Euro. Studierende der Universität Tübingen können das Labor kostenlos besichtigen. Gruppen können vorab auch Führungen buchen. Diese stehen ebenso wie die Informationstafeln auf Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Adresse: Wo liegt das Schlosslabor?

Die Ausstellung könnt ihr im Schloss Hohentübingen in der Burgsteige 11, 72070 Tübingen besuchen.

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