Porta Nigra Trier
Bild: Berthold Werner / Public domain

Trier ist ein beliebtes Ziel für alle, die Interesse an Geschichte haben. Die Stadt -auch wenn nicht sehr groß – ist reich an Bauwerken aus den verschiedensten Epochen. Wenn ihr sie alle sehen möchtet, solltet ihr also etwas Zeit mitbringen. Römische Bauten aus der Antike, der mittelalterliche Dom, das kurfürstliche Palais aus dem 17. Jahrhundert und zahlreiche Jugendstilhäuser sind nur wenige Beispiele, wie sehr die Stadt von ihrer Geschichte geprägt wurde. Eines ist jedoch unumstritten das berühmteste Bauwerk der Stadt: die Porta Nigra.

Entstehung eines Monuments

Die Porta Nigra entstand um 170 n. Chr. – ein Geheimnis, das erst kürzlich gelüftet wurde. Zuvor konnte der Entstehungszeitraum nur grob geschätzt werden. Inzwischen weiß man, dass das Tor zur Regierungszeit von Kaiser Marc Aurel entstand. Nach Expertenmeinung wurde der knapp 30 Meter hohe und 36 Meter lange Rohbau in nur zwei bis vier Jahren erbaut. Ganz fertig wurde er jedoch nie.

Nördlich der Alpen ist die Porta Nigra das am besten erhaltene römische Stadttor. Das Wahrzeichen Triers zählt zum UNESCO-Welterbe. Die ca.7200 Steinquader wurden ohne Mörtel aufgetürmt. Sie wiegen bis zu sechs Tonnen, wurden passgenau zurechtgehauen und mit Eisenklammern verbunden – ein Zeichen der Genialität römischer Baukunst. Woher das ehemals hellgraue Sandgestein seine dunkle Farbe hat, ist nicht bekannt. Autoabgase oder Umweltverschmutzung tragen jedenfalls keine Schuld, denn seinen Namen – „das schwarze Tor“ – bekam das Wahrzeichen bereits im Mittelalter.

In römischen Zeiten nannte man das imposante Bauwerk „Porta Martis“, also das „Marstor“, was auf den Kriegsgott Mars zurückzuführen ist. Es war nicht einfach nur ein Tor, sondern in seiner beeindruckenden Ausführung vor allem eine Demonstration von Macht und Wohlstand.

Vielfältige Nutzung

Nach dem Ende des römischen Zeitalters wurde das Stadttor auf verschiedene Weise genutzt. Im 11. Jahrhundert diente es dem byzantinischen Mönch und Eremiten Simeon als Behausung. Später wurde das Portal als Kirchenanlage genutzt. Umbau- und Instandhaltungsarbeiten prägten die nächsten Jahrhunderte. Barocke Wandreliefs und die Reste der Orgelempore sind Relikte aus den Zeiten als Gotteshaus. Erst Napoleon Bonaparte ließ nach seinem Besuch in Trier das Tor wieder in seine antike Bauform zurückbauen.

Digitale Führung durch die Geschichte

Heute dient das Stadttor als Informationszentrum. Die römische Stadt der Antike ist dort in einem Modell zu sehen. Eine multimediale Installation verbildlicht die Geschichte der Porta Nigra als Stadttor bis zur mittelalterlichen Stätte der Heiligenverehrung. Vor Ort könnt ihr viele Fakten auch mit dem Smartphone abrufen. In der Porta Nigra informieren euch nicht nur Multimedia-Guides, ihr könnt auch an einer Erlebnisführung teilnehmen und euch von einem Zenturio in die Geschichte entführen lassen.

Auf jeden Fall solltest ihr die mysteriösen, dunklen Räume und die lichten Gänge der Porta Nigra selbst erlebt haben. In dem alten Gemäuer, zwischen monumentalem Gestein und filigranen Reliefs, wird Geschichte lebendig!

Adresse

Porta-Nigra-Platz, 54290 Trier

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