Ordensburg Vogelsang
Bild: Sir James / CC BY-SA

Inmitten der Eifel auf dem Berg Erpenscheid thront ein mächtiger Gebäudekomplex. Entgegen ersten Vermutungen handelt es sich jedoch keineswegs um eine Burg oder ein Schloss. Vielmehr hat das mächtige Bauwerk über dem Urftstausee eine sehr dunkle Vergangenheit. In der Ordensburg Vogelsang wurde in den Jahren 1936 bis 1939 der Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders geschult. Beinahe 100 Hektar misst die Anlage, die neben den Parteitagsbauten in Nürnberg und der Prora auf Rügen als eines der größten Bauwerke der Nazis in Deutschland gilt.

Schulungszentrum für die NS-Elite

Adolf Hitler initiierte im Jahr 1933 den Bau dreier neuer Schulungslager. Reichsleiter Robert Ley wurde mit der Schaffung der Ordensburg Vogelsang betraut. Schon ein Jahr später erfolgte der Spatenstich. Zwei Jahre danach war der erste Bauabschnitt vollbracht. Die Ausbildung der zukünftigen NS-Elite konnte starten. Harte Disziplin, ein strenger Zeitplan und eine ganz spezielle Ideologie bildeten die Grundlagen dieser Schulungsstätte.

Ordensburg Vogelsang
Bild: VoWo / CC BY-SA

Wie die meisten Zeugen des NS-Größenwahns wurde auch die Ordensburg Vogelsang nie fertiggestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Camp Vogelsang militärisch genutzt und diente als Kommandopunkt der belgischen NATO-Streitkräfte. Nach der Abrüstung im Jahr 2006 entstand um den Protzbau der Nationalpark Eifel. Damit wurde Vogelsang als Internationaler Platz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Freizeitvergnügen auf geschichtsträchtigem Boden

Im Jahr 2009 wurde die Victor-Neels-Brücke eröffnet. Die Stahl-Hängebrücke ermöglicht es Radfahrern und Wanderern, die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang einfach zu erreichen. Sie verbindet das Bauwerk mit dem gesamten Rad- und Wandernetz um den Urftsee, den Rursee und Kermeter. Die Region ist besonders beliebt bei Freizeitsportlern. So verlaufen der Eifelsteig und der Wildnis-Trail direkt in dieser Region. Seit dem Jahr 2005 wird die Anlage komplett umgestaltet. Die weitläufige Sportanlage wird komplett restauriert. Das Hallenschwimmbad, die Sporthalle und der Sportplatz können bereits genutzt werden.

Geschichte erleben: Was kann man heute auf Vogelsang sehen?

Mittlerweile gibt es einige wirklich gute Gründe, das ehemalige NS-Schulungszentrum zu besuchen. Einer davon ist die Dauerausstellung der NS-Dokumentation. Wer sich für Geschichte interessiert, ist hier richtig. Anhand von Bild-, Ton- und Filmdokumenten werden Besuchern die Hintergründe und die Ziele rund um die Entstehung der Anlage näher gebracht.

Die Ordensburg Vogelsang kann auf eigene Faust erkundet werden. Es werden aber auch tägliche Führungen angeboten. Überall in der Anlage finden sich stumme Zeugen der NS-Herrschaft. Die Skulptur „Fackelträger“ etwa stellt das Idealbild des arischen „Herrenmenschen“ dar. Statuen, Reliefs und Teppiche sind Überreste nationalsozialistischer Propagandakunst und zeigen den Hochmut des NS-Regims. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Panoramablick vom Turm. 172 Stufen führen in die luftigen Höhen. Von dort hat man eine fantastische Aussicht über den Nationalpark Eifel, das Gelände von Vogelsang und den Urftsee.

Vielfältiges Veranstaltungsangebot

Das einstige Truppenkino von Camp Vogelsang dient heute als Austragungsort für diverse Veranstaltungen. Eine besondere Attraktion dabei ist der im Original erhaltene Lichtspiel- und Veranstaltungssaal aus den 1950ern. Auch als Tagungsort macht Vogelsang IP eine gute Figur. Originell und außergewöhnlich präsentiert sich das Ausstellungs- und Bildungszentrum. Ein Panoramasaal mit eigener Terrasse und umwerfendem Ausblick über den Nationalpark bringt die richtige Motivation für Kongresse oder Events.

Durch all diese Angebote hat sich die einstige NS-Schulungshochburg zu einem vielfältigen Freizeitgelände gemausert, das immer einen Besuch wert ist.

Adresse

Vogelsang 70, 53937 Schleiden

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