Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG

Es sind Watzmann, Königssee und Kehlsteinhaus, die einem in den Sinn kommen, wenn vom südlichsten Zipfel Deutschlands, dem Berchtesgadener Land, die Rede ist. Doch rund 350.000 der jährlichen Besucher zieht es zu einem weniger bekannten Highlight. Es wird als beeindruckend, geheimnisvoll, spannend und einmalig umschrieben und ist eines der ältesten Bauwerke Europas – das Berchtesgadener Salzbergwerk.

Vom kleinen Stollen zum modernen Erlebnisbergwerk

Als 1517 der erste Spatenstich für das Bergwerk gesetzt wurde, ahnte noch keiner, dass auch über 500 Jahre später noch Salz an dieser Stelle gewonnen wird und Berchtesgaden einmal das älteste aktive Salzbergwerk Europas besitzen würde. Der Abbau des weißen Goldes hat hier Tradition und so gehört das Bergwerk auch heute noch zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.

Schon ab dem 18. Jahrhundert fuhren nicht mehr nur Bergleute ein. Immer mehr Fremde kamen nach Berchtesgaden, um einen Einblick in die Technik und die harte Arbeit der Bergmänner zu erhalten. Doch erst mit der umfassenden Umgestaltung Anfang des neuen Jahrtausends wurde aus dem kleinen Schaubergwerk ein spannendes und modernes Erlebnisbergwerk.

Eine Reise durch die Zeit

Der Eingang zum Salzbergwerk ist ein unspektakulärer Bau am Ufer der Berchtesgadener Ache, der nicht auf die eindrucksvolle Welt mehrere Hundert Meter unter ihm schließen lässt. Spätestens aber mit dem Anlegen des dunklen Overalls, der entfernt an die schwarze Uniform der Bergarbeiter erinnert, wird jedem Besucher bewusst, dass ihm ein bleibendes Erlebnis bevorsteht. Es ist eine Reise in die Erdgeschichte und damit auch in die Geschichte des fast 260 Millionen Jahre alten Salzes.

Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG
Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG
Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG

Die Reise beginnt in einer schmalen, elektrisch betriebenen Grubenbahn, die etwa 650 Meter tief in das Innere des Salzbergs hineinführt. Es ist der Start der „SalzZeitReise“, einer unterhaltsamen und gleichzeitig lehrreichen Führung unter Tage. Erster Stopp ist die imposante Salzkathedrale, ein altes Sinkwerk benannt nach dem österreichischen Kaiser Franz I. An seinen Wänden wird den Besuchern eine bunte Lasershow über den Salzabbau präsentiert, bevor es über eine 34 Meter lange Bergmannsrutsche hinab auf den Grund des Sinkwerks geht. Alternativ steht für den Abstieg auch eine Treppe zur Verfügung.

Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG
Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG

Weiter geht es von hier zur Salzgrotte. Der geheimnisvolle Ort wurde als Andenken an den Märchenkönig Ludwig II. von Bayern errichtet und vollständig aus Salzstein angelegt. Der anschließende Weg führt vorbei an einem Modell des Bergwerkes, einem alten Blindschacht sowie einer modernen Streckenvortriebsmaschine und einem Bohrspülwerk. Der Stollen endet im magischen Salzraum, dessen Zentrum eine helle Salzlampe bildet. Auch hier erlebt der Besucher eine spannende Multivisionsshow über die Ursprünge des Salzes und dessen Bedeutung für das Leben.

Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG

Über eine zweite Bergmannsrutsche beziehungsweise eine Treppe geht es weitere 40 Meter hinab in die Tiefe. Hier, mittlerweile 130 Meter unter Tage, liegt der Spiegelsee. Der 100 Meter lange Salzsee erhielt seinen Namen durch die außergewöhnliche Spiegelung der Decke auf seiner glatten Oberfläche. Der Salzsee ist etwa zwei Meter tief und gleicht in seinem Salzgehalt dem Toten Meer. Überquert wird er als tiefster Punkt der Führung mit einer Zugseilfähre, während über die glitzernden Salzkristalle an den Wänden eine weitere effektvolle Lasershow wandert.

Salzbergwerk Berchtesgaden
Bild: Salzbergwerk Berchtesgaden, Südwestdeutsche Salzwerke AG

Nach knapp einer Stunde Salzbergwerk geht es mit dem Schrägaufzug wieder hinauf zur Grubenbahn und damit in Richtung Ausgang. Als Abschluss kann im Gasthaus Reichenbach, dem ehemaligen Maschinenhaus mit erhalten gebliebenen Einrichtungsgegenständen, eingekehrt werden.

Öffnungszeiten

Das Salzbergwerk hat ganzjährig geöffnet (April bis Oktober von 09-17 Uhr, November bis März von 11-15 Uhr).

Eintrittspreise

Der Eintritt kostet € 17,50. Lange Wartezeiten an der Kasse können mit Onlinetickets umgangen werden. Auf Wunsch werden zudem auch Kombitickets mit der Alten Saline in Bad Reichenhall angeboten. Kinder, Studenten, Familien und Gruppen erhalten Rabatt. Geburtstagskinder dürfen das Werk sogar kostenfrei besuchen.

Adresse

Bergwerkstraße 83, 83471 Berchtesgaden

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