Pfefferminzmuseum Eichenau
Bild: Gumtau / CC BY

Die kleine Gemeinde Eichenau im Westen von München war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts europaweit für ihre qualitativ äußerst hochwertige Minze bekannt und hier befand sich eines der größten Anbaugebiete für die Heilpflanze. Um die Erinnerung an diesen Teil der lokalen Geschichte wach zu halten, gründete man im Ort vor einiger Zeit das einzige Pfefferminzmuseum Deutschlands.

Im Jahr 1918 begannen Bewohner der Umgebung mit dem Anbau von Minze, nachdem man eher zufällig festgestellt hatte, dass der heimische Moorboden exzellente Voraussetzungen für dieses Produkt bot. In den 1920er Jahren wurde das Geschäft mit dem Heilkraut sogar der wichtigste Wirtschaftssektor der Region. Die Eichenauer Minze, bei der es sich hauptsächlich um den Typ der englische „Mitcham Minze“ handelte, entsprach sämtlichen Anforderungen des Deutschen Apothekergesetzes. Sie war so begehrt, dass Landwirte der Gegend sie auf einer Fläche von rund 400.000 m² kultivierten. Heute ist kaum vorstellbar, was für ein intensiver und herrlicher Duft damals über diesen Feldern gelegen haben muss.

Pfefferminzmuseum Eichenau
Bild: www.minzmuseum.de
Pfefferminzmuseum Eichenau
Bild: www.minzmuseum.de

Ab Mitte der 50er Jahre überschwemmten dann wesentlich billigere Importe aus anderen Ländern den Markt und auch der Bauboom der Nachkriegsjahre schränkte die landwirtschaftliche Nutzfläche in der Gegend stark ein. Heute wird die Eichenauer Minze nur noch auf einem kleinen, 500 m² großen Feld, welches zum Pfefferminzmuseum gehört, aus Demonstrationsgründen angebaut. Besucher können sie als leckeren Tee vor Ort probieren und natürlich gerne auch käuflich erwerben.

Pfefferminzmuseum Eichenau
Bild: www.minzmuseum.de

Das Museum ist in den Räumen der ehemaligen Gemeindebibliothek untergebracht. Es lohnt sich, einen Ausflug hierher zu unternehmen und sich anhand von Texten, Fotos und historischen Geräten über das Thema Minze zu informieren. Wenn ihr mit Kindern anreist, werden diese auch von den interaktiven Spielen, den Filmausschnitten und Tondokumenten begeistert sein und so auf unterhaltsame Art und Weise vieles über den Anbau, die Ernte und das Trocknen dieser speziellen Pflanze lernen. Interessant ist auch die Abteilung, die sich mit der Heilkraft von Minze beschäftigt. Zusätzlich werden im Haus immer wieder wechselnde Ausstellungen zu anderen Themen organisiert, die einen Bezug zur Geschichte Eichenaus besitzen. Dabei kann es zum Beispiel um die Freiwillige Feuerwehr oder die verschiedenen Schulen des Ortes gehen.

Eintrittspreise & Öffnungszeiten

Das Pfefferminzmuseum öffnet nur sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr seine Pforten, allerdings können Gruppen nach Voranmeldung Sonderführungen für andere Zeiten vereinbaren. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos.

Adresse: Wo geht’s zum Pfefferminzmuseum?

Parkstraße 43, 82223 Eichenau

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