KZ Dachau
Bild: Diego Delso / CC BY-SA

Die Konzentrationslager aus der Zeit des Nationalsozialismus zählen zu den schwersten Gewaltverbrechen der Weltgeschichte. Um deren Opfer zu gedenken und für Aufklärung innerhalb der Gesellschaft zu sorgen, kann man heute viele der ehemaligen Lager in Deutschland besuchen und sich selbst ein Bild davon machen. Eine Möglichkeit dafür liefern das KZ Dachau und dessen Gedenkstätte, etwa 30 Kilometer nordwestlich von München gelegen. Dieses ist besonders interessant, da es das erste vom NS-Regime eingerichtete Vernichtungslager war. Konzipiert von Heinrich Himmler, der das Projekt der Öffentlichkeit als Errichtung eines Erziehungscamps verkaufte, war es zwölf Jahre lang in Betrieb und für die Massenermordung von Juden und anderer ethnisch diskriminierter Gruppen verantwortlich. Dazu zählen unter anderem Homosexuelle, Sinti und Roma oder Prostituierte.

Warum mit dem Thema befassen?

So viel zu den allgemeinen Fakten, aber wie kann der Besuch eines Konzentrationslager bei der politischen und geschichtlichen Meinungsbildung helfen? Warum ist es wichtig, sich mit diesem Thema zu befassen? Dies lässt sich wohl mit dem Sprichsatz „aus dem Auge, aus dem Sinn“ am besten argumentieren. Lediglich wenn man die Menschen direkt mit den Verbrechen der Nationalsozialisten konfrontiert und ihnen diese auch wirklich vor Augen führt, verhindert man, dass das vermutlich dunkelste Kapitel der europäischen Geschichte vergessen wird.

Das Ziel einer aufgeklärten Gesellschaft sollte sein, Grausamkeiten dieser Art nie wieder zustande kommen zu lassen. Besonders wichtig ist es daher für jüngere Generationen, die von den Taten des NS-Regimes nicht unmittelbar betroffen waren, an dieses Thema in verantwortungsbewusster Art und Weise herangeführt zu werden. Hier ist die Gefahr am größten, dass die Geschichte totgeschwiegen wird und dies gilt es zu verhindern.

Informationen aus erster Hand

Mit dem Sturz des nationalsozialistischen Regimes im Jahre 1945 befreite das US-amerikanische Militär das KZ Dachau, zwanzig Jahre später entstand an Ort und Stelle die Gedenkstätte. Diese bietet Interessierten einen hautnahen Einblick in die Geschichte. Besuchen könnt ihr eine Dauerausstellung sowie das frühere Gefängnis des Lagers, in dem die Nationalsozialisten über die Jahre insgesamt 200 000 Gefangene festhielten und rund ein Fünftel davon ermordeten. Audio-Guides machen die Führung durch das Konzentrationslager noch erlebbarer. Dabei berichten Zeitzeugen über ihre Erlebnisse und schildern bewegende, wenngleich schockierende Sinneseindrücke. Die Möglichkeit der Kommunikation mit Zeitzeugen ist ein elementarer Baustein für die Aufarbeitung geschichtlicher Geschehnisse.

Nur wenige Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung sind noch am Leben, umso wichtiger ist es also, ihre Eindrücke festzuhalten und den jüngeren Generationen den Zugriff auf diese Informationen zu gewähren. Lehrer sprechen immer wieder gerne davon, dass die Geschichte, wie sie uns präsentiert wird, keineswegs objektiv ist. Je länger Informationen ihren Umlauf machen, desto stärker verlieren sie ihren ursprünglichen Inhalt. Vergleichbar ist das mit dem Spiel „stille Post“. Aus diesem Grund ist es sehr wertvoll, auf Informationen aus erster Hand, in diesem Fall Berichte von Zeitzeugen, zurückgreifen zu können.

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Gedenkstätte ist täglich zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet. Ebenso finden jeden Tag um 12 Uhr Rundgänge statt, die einen Einblick in unterschiedliche Bereiche des ehemaligen Konzentrationslagers liefern. Der Eintritt ist kostenlos, lediglich für geführte Rundgänge und Audio-Guides ist eine Gebühr zu bezahlen.

Adresse

Alte Römerstraße 75, 85221 Dachau

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