Büdinger Metzgermuseum
Bild: metzgermuseum.de

Eines von vielen spannenden Spezialmuseen in Deutschland ist das Büdinger Metzgermuseum. Im mittelalterlichen Städtchen Büdingen in Oberhessen hat das Metzgerhandwerk eine jahrhundertealte Tradition. Bereits im 14. Jahrhundert unterlagen die Schlachtung und der Verkauf von Fleisch strengen Kontrollen und durften nur von ausgebildeten Personen ausgeführt werden. Metzger waren damals also sehr bedeutend und zählten zu den angesehensten Bürgern überhaupt. Schon in einer Urkunde von 1350 wird ein sogenannter „Mezzeler“ namentlich erwähnt. Das Museum wurde auf eine Initiative der Schlachthausgenossenschaft gegründet und öffnete am Denkmaltag des Jahres 2006 seine Pforten.

Was kann man im Museum sehen?

Büdinger Metzgermuseum
Bild: metzgermuseum.de

Ein Besuch im Metzgermuseum ist eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Fleisch- und Wurstverarbeitung. Es ist an einem authentischen Ort, nämlich im ehemaligen „Schlaghaus“, welches zeitweise auch das Gefängnis beherbergte, untergebracht. In diesem Halbturm, einem Teil der historischen Verteidigungsanlage Büdingens, befand sich nämlich mehr als einhundert Jahre lang das Rinderschlachthaus. Während der Sanierung der Altstadt entstand die Idee, genau hier typische Utensilien und Gerätschaften der Metzger auszustellen und interessierten Besuchern so einen spannenden Einblick in die Vergangenheit dieser Branche zu erlauben. So wurde unter anderem der Original Schlachtbalken mit Winde wieder eingebaut, der wohl zu den beeindruckendsten Exponaten des Museums zählt. Bis heute wurden in den Ausstellungsräumen rund 350 Objekte zusammengetragen, von denen manche mehr als 200 Jahre alt sind. Umfangreiches Bildmaterial ergänzt die Sammlung und liefert interessante Informationen über das Metzgerhandwerk im Wandel der Zeit.

Büdinger Metzgermuseum
Bild: metzgermuseum.de

2012 wurde das Museum um eine historische Wurstküche ergänzt, die sich nur wenige Meter vom Schlaghaus entfernt befindet. Hier werden Geräte und Maschinen wie zum Beispiel eine Knochensäge, eine Füllmaschine und ein Fleischwolf ausgestellt, die alle noch funktionstüchtig sind und mit viel Liebe zum Detail präsentiert werden. Ein Highlight in der Wurstküche ist der mehr als 100 Jahre alte Eisschrank, welcher, genau wie die anderen Exponate, die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte verdeutlicht.

Momentan arbeiten die Verantwortlichen an einer Erweiterung des Metzgermuseums. Im Aufbau befindet sich nämlich die Einrichtung eines „Alten Metzgerladens“, dessen Prunkstück, eine wunderschön verzierte Verkaufstheke von 1898, bereits auf die Eröffnung wartet.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das ungewöhnliche Metzgermuseum in Büdingen hat während des Sommerhalbjahres von März bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag des Monats geöffnet. Der Eintritt in das Museum ist kostenlos aber Spenden sind erwünscht. Interessierte Gruppen können sich aber auch außerhalb dieser Zeit bezüglich einer Führung an die Touristeninformation Büdingen wenden. Es besteht auf Wunsch auch die Möglichkeit eines kleinen Imbisses in den Museumsräumen. In der historischen Wurstküche können verschiedene Veranstaltungen ausgerichtet werden. Beliebt sind beispielsweise Kindergeburtstage auf denen die Kinder selbst Wurst herstellen und diese anschließend verzehren oder mit nach Hause nehmen.

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