Halligbahn Dagebüll-Oland-Langeneß
Bild: Ralf Roletschek / roletschek.at [FAL or GFDL 1.2]

Im Südosten der Nordseeinsel Föhr liegen einige Inseln im nordfriesischen Wattenmeer, die bei jeder Sturmflut überflutet werden. Diese sogenannten Halligen sind oftmals winzig klein, ziehen aber immer wieder Besucher und auch Urlauber an. Zwar gibt es hier durchaus Fährverkehr, aber es gibt es eine viel urigere Art, dorthin zu kommen. Denn zwischen 1925 und 1928 entstand hier eine Feldbahn mit Loren, welche die Ortschaft Dagebüll am Festland mit den Halligen Oland und Langeneß auf einer Länge von 9 Kilometern verbindet.

Diesen Damm, auf dem die Loren der 900 mm Schmalspur-Bahn verkehren, gibt es bis heute. Die Halligbahn gehört dem Landesamt für Nationalpark, Meeres- und Küstenschutz von Schleswig-Holstein und beginnt an dessen Bauhof im Dagebüller Amt. Die Küstenschützer haben bei der Nutzung der Bahnstrecke den Vorrang, aber wenn sie nicht arbeiten, dürfen auch die Bewohner der Halligen die Lorenbahn für ihre Zwecke nutzen. Das geht allerdings nur bei Niedrigwasser. Die Loren sind in der Regel flache Wagen mit einfachen Bänken, doch es gibt auch geschlossene Varianten. Auf den Halligen haben fast alle Einwohner ein solches Gefährt.

Langeneß als größte Hallig beherbergt pro Jahr mehrere tausend Touristen, die auch mit der Lorenbahn anreisen dürfen. Dabei geht es gemütlich zu, denn mehr als 30 km/h haben die kleinen Wagen nicht zu bieten. Sie werden mit Motoren von Mopeds betrieben. Anfangs hatten die Loren noch Segel. Eine solche Segellore könnt ihr auf der Ketelswarf auf Langeneß noch als Nachbau bewundern.

Für die ungefähr 100 Einwohner der Halligen Oland und Langeneß ist die ungewöhnliche Schienenbahn ein Verkehrsmittel, dass ihnen Unabhängigkeit vom Fährbetrieb ermöglicht. Allerdings liegen die Nutzungszeiten für Privatleute hauptsächlich am späten Nachmittag und am Wochenende und es gibt auch nur beschränkt Lizenzen zum Betrieb einer eigenen Lore. Wenn ihr mal mit der Lorenbahn fahren möchtet, müsstet ihr als Tourist auf eine der Halligen wollen, wo es so einige Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Denn nur Übernachtungsgäste dürfen privat mit der Lorenbahn transportiert werden.

Die Strecke der Lorenbahn wird komplett auf Sicht befahren, das bedeutet, dass es keine Signale gibt. Darum sind Ausweichstellen eingebaut worden, damit die Loren nicht immer wieder zurücksetzen müssen. 1,5 Kilometer hinter Dagebüll liegt die Ausweiche „Fünfzehnhundert“. Sie ist, im Gegenteil zum Stumpfgleis am Dagebüller Deich, durchfahrbar. Am Sommerdeich von Oland liegt eine weiteres Stumpfgleis, sowie eine weitere durchfahrbare Ausweichstelle an der Warft von Oland.

Halligbahn Dagebüll-Oland-Langeneß
Bild: Ralf Roletschek [FAL or GFDL 1.2]

Zwischen den beiden Halligen führt die Lorenbahn über Dämme aus Pfählen. Die Strecke von Dagebüll nach Oland ist ab dem Jahr 2005 innerhalb von vier Jahren neu aufgeschüttet worden, damit der Damm höher wird. So kann er auch bei einem größeren Wasserstand überfahren werden. So können die Loren auf diesem Streckenteil unabhängig von den Gezeiten zwischen den Halligen und dem Festland verkehren.

Adresse

Die Bahn verkehrt zwischen den Gemeinden / Dörfern Dagebüll, Oland und Langeneß

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