Bruder-Klaus-Feldkapelle
Bild: I, Kateer / CC BY-SA

Die Bruder-Klaus-Feldkapelle fällt jedem Besucher oder jedem Spaziergänger, der von Wachendorf aus in Richtung Rißdorf unterwegs ist, sofort auf. Plötzlich ragt ein zwölf Meter hoher rötlich-gelber Turm über dem Feld hervor, der nicht in die Weite der Umgebung zu passen scheint. Fensterlos und blockhaft steht er da und gibt dem Betrachter Rätsel auf. Man könnte einen Wehrturm vermuten, der das Mittelalter überdauert, aber nun seine Bestimmung verloren hat, wenn der Bau nicht gleichzeitig so modern anmuten würde. Das kleine Kreuz über der Eingangstür verrät schließlich den sakralen Charakter des Gebäudes. Es ist eine Kapelle.

Bruder-Klaus-Feldkapelle
Bild: jda / CC BY-SA

Entstehung

In Auftrag gegeben wurde die Kapelle von den Landwirten Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler, die aus Dankbarkeit und Frömmigkeit auf dem eigenen Feld eine Kapelle bauen lassen und diese dem Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe (auch genannt Bruder Klaus) weihen lassen wollten. Dieser Bruder Klaus ist der Schutzpatron für die Katholische Landjugendbewegung, in der Hermann-Josef Scheidtweiler viele Jahre ehrenamtlich tätig war. Errichtet wurde die Kapelle von 2005 bis 2007 von dem Schweizer Stararchitekten und Buchautor Peter Zumthor, der bei diesem Bau auf seinen üblichen Lohn verzichtet hat, weil Bruder Klaus der Lieblingsheilige seiner Mutter war. Der Kölner Weihbischof Heiner Koch weihte die Kapelle schließlich im Mai 2007 ein.

Bau und Innenraum

Der Innenraum besteht aus 112 zeltförmig angeordneten Fichtenstämmen, die durch ein wochenlang brennendes Feuer ausgeköhlert wurden. Verkleidet wurde die Konstruktion mit 23 Lagen Beton, die aus Flusskies, Zement und Sand aus der Eifel geschichtet wurden. Die Spitze oben wurde offen gelassen, durch sie fällt Sonnenlicht ein oder Regen, der auf dem Fußboden einen kleinen See bilden kann. So werden alle vier Elemente (Feuer, Erde, Luft, Wasser) in dieser Kapelle vereinigt.

In der ansonsten dunklen Wand leuchten 350 kleine Glashalbkugeln, die in den Vertiefungen, die das Verschalungsgerüst zurückließ, stecken und das ihrige zu der besonderen Atmosphäre dieser ungewöhnliche Kapelle beitragen. Elektrische und sanitäre Installationen sucht man hier ebenso vergebens wie einen Altar. Dieser Raum ist ein Raum der Stille und Meditation für den einzelnen Besucher. Am Anfang gab es in dem kleinen Ort in der Eifel Irritationen und Widerstände gegenüber diesem Bauprojekt, aber mittlerweile schätzen sowohl die Menschen in der Region wie auch die zahlreichen Besucher diese Kapelle, die den Betrachter von außen wie innen überrascht und fasziniert.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Während der Sommerzeit ist die Kapelle von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Außer an Pfingsten ist die Kapelle an Montagen geschlossen.

Adresse

Iversheimer Str., 53894 Mechernich

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