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In Ohrdruf (Thüringen), einer pittoresken Kleinstadt unweit von Gotha, gibt es neben allerlei Menschenwerk auch eine natürliche Sehenswürdigkeit zu entdecken: Den „Lebenden Zaun“ am Benjaminsgrund.

Lebender Zaun: Schwedische Mehlbeere statt „Schwedischer Gardinen“

Dieser Fußweg (mehr ist es nicht) bildet die Verlängerung der Theodor-Neubauer-Straße in Richtung Wasserturm und verläuft hinter dem hiesigen Sportplatz am Hang des Goldberges, entlang einer Neubausiedlung aus Einfamilienhäusern. Also nicht leicht oder auf Anhieb zu finden – aber das sind wahre Naturschätze ja nur selten.

Bei diesem „lebenden Zaun“ handelt es sich um zwei Reihen von eng gepflanzter und teils ineinander verschränkter Schwedischer Mehlbeere und Forsythie. Das Astwerk wurde derart miteinander verwoben, dass es für Menschen einfach kein Durchkommen gibt. Nach Recherchen eines Ortshistorikers wurde der Lebendige Zaun in den 1930er Jahren gepflanzt und diente nach dem zweiten Weltkrieg (und der Enteignung des Grundstückseigners) als Begrenzung für ein DDR-Ferienlager. Nach dessen Wende-bedingter Auflassung verkam das Gelände, doch wurde der Weg von der Stadt Ohrdruf wieder freigeschnitten.

Lebende Zäune: „Grüne Grenzen“ mit vielen Vorteilen

Lebende Zäune werden in der Gartenbaukunst – nachdem sie einige Zeit lang „out“ schienen, etwa der nötigen zeit- und arbeitsaufwändigen Pflege wegen – allmählich wieder populär. Ein lebender Zaun sorgt nicht nur für schalldämpfende Effekte auf lästigen Straßen- oder Industrielärm, er schützt vor Schadstoffbelastungen und bietet vielen Vogel- und Insektenarten wertvolle Futterplätze und Nistgelegenheiten. Außerdem halten seine Wurzeln den Boden oft viel besser fest als ein Betonfundament – und er leistet durch Fotosynthese einen kleinen, aber reellen und aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Adresse

Benjaminsgrund, 99885Ohrdruf

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