Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel
Bild: WerWil, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vis-a-vis der ostfriesischen Nordseeinsel Spiekeroog befindet sich auf der Festlandseite des niedersächsischen Schutzgebietes Wattenmeer die Gemeinde Neuharlingersiel. Hier, mitten im malerischen Nordseeheilbad und Fischerort, können die Gäste an der Westseite des Hafens eine ungewöhnliche Flotte bestaunen.

Neuharlingersiel
Bild: Rolf Heinrich, Köln, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Im Gebäude von „Janssens Hotel“ befindet sich mit dem Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel eine außergewöhnliche Attraktion. Die mit viel maritimen Flair umgebene museale Ausstellung wurde im Jahr 1971 vom Modellbauenthusiasten Helmut Landmann ins Lebens gerufen. Seit jenen Tagen ist das kleine Museum ein liebevoll inszenierter Ort für all jene, die sich fragen, wie das Schiffsmodell wohl in die Flasche gekommen ist.

Über das Museum

Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel
Bild: Werner Willmann, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Inspiriert wurde Gründungsvater Helmut Landmann von den Modellbauarbeiten des aus Herne stammenden Jonny Reinert, der sich seit Ende der 1950er-Jahre mit dem Bau von Buddelschiffen befasste. Reinert war fasziniert von den detaillierten kunstvollen Schiffen in den Flaschen und entwickelte im Laufe der Jahre immer neue Techniken zum Bau der ganz besonderen Modelle, sodass er bald als Meister dieses feinfühligen Handwerks galt.

Die Bauphasen mit der Erstellung von eigens ausgetüftelten Plänen und die zeitintensiven Fertigungsprozesse konnten dabei schon einmal bis zu 1000 Stunden betragen, wie bei der „Victory“, dem Flaggschiff von Admiral Lord Nelson. Die Museumsausstellung zeigt viele beeindruckende Auftragsarbeiten von Reinert und stellt einen faszinierenden Überblick der Schifffahrtsgeschichte in Flaschen dar.

Von der „Titanic“ und vielen anderen Szenarien

Der Buddelschiffbau ist Kunst und geduldige Passion. Die Sammlung in Neuharlingersiel umfasst aktuell mehr als 100 Modelle. Die Größenanordnungen und Maßstäbe variieren dabei stark und zeigen sich in unterschiedlichen Flaschen von etwa 0,7 Liter bis 60 Liter Volumen.

Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel
Bild: Werner Willmann, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein ganz besonderes Highlight der Ausstellung ist beispielsweise der nachgestellte Untergang des Kreuzfahrtgiganten Titanic in einer 50-Liter-Flasche. Das ungewöhnliche Museum ist beliebt bei Besuchern aus allen Altersgruppen. Wer in Erfahrung bringen möchte, wie das Schiffsmodell im Inneren der Flasche entsteht, erhält hier eine anschauliche Erklärung.

Das Museum bietet jährliche Sonderausstellungen, natürlich mit maritimem Bezug und ist stets auf der Suche nach alten Schiffsmodellen, Kapitänsbildern oder anderen Objekten aus den Zeiten der historischen Seefahrt. Eine der imposanten Neuerwerbungen, die dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung steht, ist das gigantische Flaschenmodell des Viermastseglers „Windsbraut“.

Wie kommt das Buddelschiff in die Flasche?

Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel
Bild: WerWil, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was war zuerst da: Das Huhne oder das Ei? Genau diese Frage könnte man sich auch bei den Buddelschiffen stellen. Wird das Glas um das Schiff herum gegossen? Oder kommt das Schiff in die fertige Flasche hinein?

Anders als man denken könnte, wird das Schiff tatsächlich in das Glas hinein gefügt. Das scheint erst einmal unmöglich, da die Schiffe ja oft größer sind als die Öffnung der Flaschen.

Wie geht das also? Das Modell wird erst einmal außerhalb der Flasche fertiggestellt. Danach wird es in Einzelteile zerlegt, die nicht größer sein dürfen als der Durchmesser der Flaschenöffnung. Mit speziellem Werkzeug werden diese Einzelteile dann in die Flasche eingeführt und dann wird das Schiff innerhalb des Glasbehälters wieder „zusammengebaut“. Das Ganze ist eine knifflige Arbeit, die sehr viel Geschick und Erfahrung erfordert.

Besonders kompliziert ist es dabei, die Mäste wieder aufzustellen. Um das Problem zu lösen, kann man die Mäste der Schiffe oftmals umknicken. Dabei wird eine Schnur an dem Mast befestigt. Ist das Boot in der Flasche, muss der Modellbauer nur noch auf der Schnur ziehen, um den Mast wieder aufzustellen.

Welche weiteren Details bei der Erschaffung eines Buddelschiffes zu beachten sind, erfahrt ihr natürlich im Museum.

Eintrittspreise

Die Eintrittspreise für das Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel belaufen sich auf 2 € für Erwachsene und 1 € für Kinder.

Öffnungszeiten

Das Museum ist ab einer Woche vor Ostern geöffnet und schließt Ende Oktober. Die Buddelschiffe könnt ihr täglich von 10 Uhr bis 13 Uhr sowie von 13:30 Uhr bis 17 Uhr bewundern.

Adresse: Wie komme ich zum Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel?

Die Anschrift des Museums lautet: Am Hafen Westseite 7, 26427 Neuharlingersiel.

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